Zu Beginn dieses Monats (Nr. 35 vom 1. September) konnten Sie, meine verehrten Leser, in der ZEIT eine Anzeige finden, in der die Geburt eines neuen Investment-Fonds, des Olympic Capital Fund Inc., angezeigt wurde. „Unterschrieben“ war dieses Inserat von erstklassigen internationalen Bankhäusern (darunter Bache & Co., Incorporated), aber auch von Banken, die man bei uns zur „zweiten Linie“ zählt, ohne daß mit dieser Feststellung ein Werturteil verbunden ist. Die deutschen Großbanken gehören nicht zu den Förderern dieses Fonds, was wiederum nichts über seine Qualität aussagt.

Um es von vornherein klarzustellen: Der Olympic Capital Fund arbeitet nach panamesischem Recht. Er untersteht nicht der strengen amerikanischen Kontrolle für Investment-Fonds. Ein Verkauf seiner Anteile an US-amerikanische Staatsbürger darf weder in den USA noch außerhalb der USA erfolgen. Der Fonds will sich in seiner Anlagenpolitik und in seiner Werbung jedoch so verhalten, als wenn für ihn die Securities and Exchange Commission (SEC), amerikanische Kontrollbehörde, zuständig wäre. Die Rechenschaftsberichte sollen der SEC unterbreitet werden. Garanten dafür, daß diese Versprechungen auch eingehalten werden, sind die Banken, die diesen Fonds ins Leben gerufen haben. Der Fonds selbst hat seinen Sitz in Nassau/Bahama.

Für die Wahl der Verwaltungssitze waren – wie das Düsseldorfer Bankhaus Poensgen, Marx & Co. schreibt – folgende Gründe maßgeblich:

1. Der außeramerikanische Fonds kann in den USA unbegrenzt Kapitalgewinne erzielen. Registrierte Fonds verlieren dagegen bei einem Anwachsen der jährlichen Kapitalgewinne über 30 Prozent der Gesamterträge hinaus ihren steuerlichen Status, so daß sie der Spekulationssteuer unterworfen werden können.

2. Die Anleger werden von jeglichen Prozeduren wegen der amerikanischen Erbschaftssteuer freigestellt. Dividendenerträge und bestimmte Zinseinnahmen des Fonds unterliegen jedoch der normalen US-Quellensteuer von 15 Prozent.

Der deutschen Einkommensteuer unterliegen die Fondserträge nur dann, wenn Spekulationsgewinne anfallen, wenn also zwischen dem Erwerb und dem Verkauf der Anteile keine sechs Monate liegen und der Verkaufskurs höher als der Erwerbskurs ist.

Der Olympic Capital Fund will ein Wachstumsfonds werden. Erzielte Gewinne sollen regelmäßig wieder angelegt werden. Bei der Auswahl des Portefeuilles geht die Gesellschaft einen für Europa neuen Weg. Sie hat mit sechs besonders erfolgreichen amerikanischen Investment-Beratungsfirmen Verträge abgeschlossen. Darin ist vorgesehen, daß diese sechs Firmen zunächst gleiche Teile des Fondsvermögens zur Anlagedisposition zugewiesen erhalten.