Niemand wird die Zweckmäßigkeit der Stahlleitplanken auf dem Autobahnmittelstreifen anzweifeln. In der Bundesrepublik hat – nach Aufstellung der Mittelstreifenplanken – die Unfallziffer erheblich abgenommen. Professor Franz Bitzl von der Technischen Hochschule München hat „Erfahrungen mit Stahlleitplanken an Autobahnen“ gesammelt: Auf dem verkehrsreichsten Autobahnstück der Bundesrepublik, zwischen Frankfurt und Mannheim, habe sich die Unfallziffer, trotz Absicherung durch Stahlleitplanken auf dem Mittelstreifen, wesentlich erhöht, jedoch seien weniger Todesopfer zu beklagen. Während im Jahre 1957, also vor dem Bau der Leitplanken, auf diesem Autobahnabschnitt 16,1 Prozent aller Unfälle von den nach links, also auf die Gegenfahrbahn beziehungsweise auf den Mittelstreifen abkommenden Fahrzeugen verursacht wurden, machte diese Art der Unfälle im Jahre 1961 nur noch 7,7 Prozent aus. (Gesamtunfallzahl 1957: 971: 1961: 1806).

Leitplanken sind aber nur zweckmäßig, wenn sie der „Absicherung von Gefahrenstellen“ dienen: in Krümmungen, auf hohen Straßendämmen, an tiefen Gewässern und Abgründen. Der Münchner Professor schreibt auch über die Beschaffenheit einer „schützenden Planke“. Sie dürfe keinen „Billardeffekt“ bewirken, sondern müsse ein aufprallendes Fahrzeug federnd abfangen.

Anderseits häufen sich die Unfälle auf Straßen, die ohne Grund durch Leitplanken geradezu eingeengt werden. Ohne seitliche Begrenzung gibt es noch die Möglichkeit, nach rechts auszuweichen. Außerdem haben die Stahlplanken beim Schleudern eines Autos eine Wirkung wie ein Billardtisch. Mit dem Auto als Billardkugel. J. K.