Die Berliner Festwochen hatten im Schloßpark-Theater mit Barlogs Inszenierung des Sommernachtstraums einen eher langsamen Start. (Auf unserem Bild, von links: Diana Körner als Paniska, Max Eckard als Oberon, Solveig Thomas als Titania und Georg Corten als ein recht erdverhafteter Puck.) Das Rennen verspricht jedoch, sehr viel schneller zu werden. Zu den Assen des großen Schauspielprogramms, über das Johannes Jacobi nächste Woche berichten soll, gehört vor allem auch Samuel Becketts „Endspiel“, in der Werkstatt des Schiller-Theaters vom Autor selber inszeniert. (Auf unserem Bild: Ernst Schröder als Hamm und Horst Bollmann als Clov.)

Unser Kritiker sah:

EIN SOMMERNACHTSTRAUM

Komödie von William Shakespeare

Schloßparktheater Berlin

Der Sommernachtstraum von Shakespeare und Lessings „Minna von Barnhelm“ (die ein Jahrhundertjubiläum feiert) scheinen die Klassikerfavoriten der neuen deutschen Theatersaison zu werden. Am Eröffnungsabend der Berliner Festwochen 1967 wirkte Boleslaw Barlogs Neuinszenierung der Shakespeare-Komödie wie eine Antithese zu der Sommernachtstraum-Interpretation Leopold Lindtbergs, die zwei Sommer lang in der Salzburger Felsenreitschule zu sehen war.

Aus der Weite des Schauplatzes und seiner illusionistischen Verwandlung durch Jörg Zimmermanns Lichtspiele ist die Handlung in die Intimität eines Kammerspielhauses verlegt worden. (H. W. Lenneweit stellte um die Szenen einen mehr durch Praktikabilität als durch Poesie überzeugenden Rahmen.) An Stelle höfischen Prunks und pompöser Aufzüge: Kargheit der Staffage, äußerste Raffung des Textes, leiser Plauderton der Sprache. Wenn Vater Egeus seine Tochter Hermia beim Herzog verklagt, hakt dieser sie unter, geht mit ihr beiseite und gibt ihr in vertraulicher Konversation zu bedenken, was sie mit ihrer Liebe riskiert.