Daß Not erfinderisch macht, beweist die britische Regierung. Die Zahlungsbilanz des Königreichs schreit nach Devisen – und die sind im Augenblick fast nirgendwo so leicht zu verdienen (oder zu sparen) wie im Schiffbau. Ein weltweiter Boom füllt die Auftragsbücher der Werften, und England möchte daran partizipieren.

In London erwägt man deshalb, die Wettbewerbsposition der britischen Werften künstlich zu verbessern. Man hat auch schon den Weg dazu gefunden: Die verstaatlichte Stahlindustrie soll die Werften künftig billiger beliefern als bisher. Wenn diese Pläne Wirklichkeit werden, dann erhalten die Schiffbauer des Inselreichs indirekte Subventionen.

Niemand kann die Regierung in London daran hindern, diesen Weg zu beschreiten. Aber man sollte sich doch überlegen, ob es klug ist, die Werften so ganz anders zu unterstützen, als die EWG-Staaten es tun. Wer in den Gemeinsamen Markt will, der tut vielleicht doch gut daran, schon vorher dessen Flagge zu hissen. hgk.