Simca do Brasil, eine Tochter der französischen Automobilfabrik, ist in den Besitz des amerikanischen Automobilkonzerns Chrysler übergegangen. Die amerikanische Firma, die mit 77 Prozent an dem französischen Stammhaus beteiligt ist, erwarb jetzt auch 92 Prozent des brasilianischen Werkes.

Damit sind innerhalb kurzer Zeit zwei große brasilianische Automobilfabriken in amerikanischen Besitz gelangt: erst vor zwei Wochen erwarb Ford die brasilianischen Willys-Werke, die Personenwagen und mehrere Typen des Jeep herstellen. Ebenso wie Ford hat auch Chrysler erklärt, daß die bisherige Produktionslinie „mit gewissen Verbesserungen“ weitergeführt wird. In der brasilianischen Automobilindustrie rechnet man trotz dieser Versicherungen damit, daß die Produktion sehr bald umgestellt wird. Sowohl Willys wie Simca waren mit ihrem Produktionsprogramm kaum noch konkurrenz- und lebensfähig.

Brasiliens größte Automobilfabrik, Volkswagen do Brasil, will seine Tagesproduktion von gegenwärtig 400 Einheiten auf tausend anheben. Die Amerikaner, die Brasilien bisher für wenig interessant hielten, wollen nachziehen.

Ford hat in den vergangenen Monaten mit seinem ganz in Brasilien gebauten amerikanischen Straßenkreuzer-Modell Galaxie unerwartete Verkaufserfolge erzielt. In Detroit werden die verkehrsmäßige Entwicklung und die Möglichkeiten auf dem Kraftfahrzeugmarkt des fünftgrößten Landes der Erde jetzt sehr optimistisch beurteilt. JH