Viele Autoren, und das nicht nur in der ČSSR, sondern auf der ganzen Welt, haben versucht, Hašeks „Schwejk“ zu dramatisieren. Was wirklich ungeheuer schwer ist. Schwer deshalb, weil der „Schwejk“ nicht so sehr ein Roman ist wie eine riesige Sammlung von Anekdoten, Erzählungen, Geschichten. Das alles kann man nicht an einem Abend geben.

Als ich vor vier Jahren den Versuch gemacht habe, da ging es mir darum, einmal wirklich den Originaltext auf die Bühne zu bringen, wenigstens „ausgewählte Zitate“, wie ich es genannt habe, aus dem ersten Teil des Buches. Meinen eigenen Kommentar habe ich dann in die Chansons verlegt und in pantomimische Szenen, in denen sich die politischen Ereignisse der damaligen Jahre wie in einem Stummfilm abspielen.

Die Bühnenfassung, die wir im Dezember 1963 in Prag inszeniert haben, ist der Fassung, die wir hier in Hamburg auf die Bühne bringen, sehr ähnlich. Das kann man auch daran sehen, daß ja auch andere Kollegen, die an der Prager Inszenierung damals mitarbeiteten, hier in Hamburg wieder mit dabei sind.

Eine große Freude für uns ist, daß nicht nur wir vier wieder dabei sind, sondern noch ein fünfter dazugekommen ist, ein guter Freund von uns, der berühmte Prager Schauspieler Valter Taub.

Immer wollte ich Theater machen. Ich sage Theater machen, weil ich eigentlich Schauspieler werden wollte. Wegen Mangel an Talent ist mir das nicht gelungen. Seit meinem zwanzigsten Lebensjahr aber habe ich immer wieder versucht, dem Theater nahe zu bleiben. Das ist mir freilich erst dadurch gelungen, daß ich begann, Theaterstücke zu schreiben.

Ich habe viele Theaterstücke und Bearbeitungen, bisher ungefähr fünfzehn, gemacht, und ich war immer sehr traurig darüber, daß ich an einer gewissen Stelle mit der Arbeit aufhören mußte: Wenn ich das Buch zu Ende geschrieben hatte, dann mußte ich es dem Regisseur überlassen. Die einzige „Theater-Möglichkeit“, die mir dann blieb, war, zur Premiere eingeladen zu werden.

Deshalb habe ich vor ein paar Jahren den Versuch unternommen, bei der Inszenierung eines meiner Stücke mitzuarbeiten. Das gelang damals auch. Seit dieser Zeit habe ich die Regie zu meiner zweiten Beschäftigung gemacht. Meinen Freunden, den Regisseuren, sage ich immer, daß ich nur dann Regie führe, wenn mir zum Schreiben nichts einfällt. Das ist natürlich ein Witz. In Wirklichkeit ist es schwere Arbeit, aber eine Arbeit, die mir viel Freude bereitet und großen Spaß macht.