Nach den blutigen Wirren der letzten Monate zeigte sich in Südarabien Anfang dieser Woche der erste Silberstreifen am Horizont: Die Chefs der rivalisierenden nationalistischen Partisanenverbände – der „Front für die Befreiung des besetzten Südjemen“ (FLOSY) und der „Nationalen Befreiungsfront“ (NLF), die sich bis zum Wochenende noch blutige Gefechte geliefert hatten – vereinbarten in der ägyptischen Hauptstadt eine Waffenruhe. In einer gemeinsamen Erklärung, die von Radio Kairo verbreitet wurde, kündigten sie ein neues Treffen für den 3. Oktober an, auf dem sie über eine provisorische Regierung und eine vorläufige Verfassung verhandeln wollen. Hinter dem überraschenden Einigungswillen der Nationalisten steht freilich ein Ultimatum der südarabischen Armee, das ihnen nur neun Tage Zeit ließ, sich zu Gesprächen zusammenzufinden.

Drei Wochen nach dem britischen Angebot an die arabischen Nationalisten, ihnen und nicht den Scheichs und Sultanen das Land zu überlassen, dürfen die britischen Soldaten nun hoffen, daß sie bald in die Heimat zurückkehren können.