Von Horst Bingel

Ich komme mit Gedichten zu René Hinds. Hinds drückt mir schlanke, hochformatige Bücher in die Hand. Bücher, mit der Hand gesetzt und gedruckt, Pressendrucke. „Da müssen Sie etwas hinschicken, das ist der Verleger der Jungen, aber er antwortet nicht, Stomps antwortet nicht.“

Ich höre ein Jahr nichts von Stomps auf meine Einsendung. Dann eine Eilkarte: „Bitte mich per R-Gespräch anrufen ...“ Darauf hat er meine Manuskripte einige Jahre verloren, sie dann 1956 verlegt.

Stomps ist nicht umzubringen, weder durch Legenden noch durch die Gilde der Schulterklopfen noch durch Märchenerzähler.

Ein Verleger, der Bücher „nicht verkaufen möchte, weil man sie dann nicht mehr hat“, ein solcher Mann gibt zu Mißverständnissen Anlaß.

Vor etwa zehn Jahren bringt der Briefträger zur Eremiten-Presse in Stierstadt einen Bestellzettel, per Eilboten. Stomps liefert nicht. Zweite und dritte Mahnung. Stomps liefert nicht. „Die Buchhandlung soll sehen, was es heißt, dieses Buch nicht auf Lager zu haben. Die verkaufen es doch nur, wenn ein Kunde in den Laden kommt, es verlangt. Wie beim Metzger.“ Es war die damals erschienene, von Harry Pross herausgegebene erste westdeutsche Georg-Weerth-Ausgabe.

Stomps’ Wirkung auf die jungen Autoren ist groß. Warum eigentlich? Da ist ein Mann, der die Literatur als Literatur nimmt, der unbestechlich ist, dessen Urteil Maßstäbe setzt.