Hilfsarbeiter sind immer weniger gefragt. Bei jedem wirtschaftlichen Rückschlag verlieren sie als erste ihren Arbeitsplatz und werden als letzte wieder eingestellt. Von gegenwärtig 360 000 Arbeitslosen stellen sie mit 76 000 die größte Gruppe. Aber auch wer „etwas Ordentliches gelernt“ hat, kann nicht sicher sein, daß er immer Arbeit findet. Metallarbeiter, Bergleute, Packer und Verkehrsberufe finden gegenwärtig nur schwer eine neue Stellung. Sie sind Opfer des beruflichen Strukturwandels (vgl. auch „Man lernt nicht mehr fürs ganze Leben“ S. 40).

Die technischen und wirtschaftlichen Veränderungen machen eine Umschulung und Weiterbildung der Arbeitskräfte immer dringlicher. Zur vorbeugenden Bekämpfung technologischer, Arbeitslosigkeit hat die Bundesregierung das „Arbeitsförderungsgesetz“ verabschiedet, das in Kürze dem Parlament vorgelegt wird. Im einzelnen ist vorgesehen:

  • Zur Förderung der beruflichen Ausbildung bekommen in Zukunft Erwachsene ebenso wie Jugendliche Zuschüsse und Darlehen.
  • Teilnehmer an Fortbildungskursen erhalten eine Beihilfe, die 120 Prozent der Unterstützung beträgt, das dem Antragsteller im Falle der Arbeitslosigkeit ausgezahlt würde. Lehrgangskosten, Fahrtkosten, Auslagen für Lehrmittel, Arbeitskleidung, Unterkunft und Krankenversicherung werden von der „Bundesanstalt für Arbeit“ erstattet.
  • Auch Selbständige haben einen Rechtsanspruch auf Förderung ihrer beruflichen Weiterbildung und Umschulung.
  • Die Berufsberatung sowie die Berufs- und Arbeitsmarktforschung werden intensiviert.
  • Kurzarbeitsgeld wird auch an die Belegschaft vorübergehend stillgelegter Betriebe gezahlt.
  • Die Bundesanstalt für Arbeit soll durch Zuschüsse und Darlehen Arbeitsplätze für schwer zu vermittelnde (vor allem also ältere) Arbeitnehmer schaffen helfen.

Zur Finanzierung ihrer neuen Aufgaben soll die Bundesanstalt für Arbeitslosenfürsorge und Arbeitsvermittlung (in Zukunft: Bundesanstalt für Arbeit) auf die Beitragseinnahmen (Arbeitslosenversicherung) und die bisher angesammelten Rücklagen (gegenwärtig 6 Milliarden Mark) zurückgreifen. mj.