Im Gouverneursrat der Weltbank horchte man auf. Ein Teil des Geldes, das gegenwärtig in der Welt für Rüstungszwecke ausgegeben wird, sollte lieber dazu verwendet werden, den Lebensstandard in den Entwicklungsländern zu heben, forderte Hassan Abbas Zaki, Minister für Wirtschaft und Außenhandel der UAR.

Entwicklungshilfe statt Rüstungswettlauf – welcher vernünftige Mensch würde da nicht Beifall klatschen? Trotzdem verschlägt es zunächst die Sprache, wenn ausgerechnet der ägyptische Vertreter bei der Weltbank den Industriestaaten ihre hohen Rüstungsausgaben vorhält.

Ägypten, eines der höchstverschuldeten Entwicklungsländer, sperrt seit Monaten den Suezkanal, seine wichtigste Einnahmequelle, und läßt sich von den reicheren arabischen Ölländern aushalten. Ägypten ließ seine hungernden Fellachen jahrelang mit geschenktem Getreide der USA ernähren, gab aber gleichzeitig rund zwei Milliarden Mark jährlich für die Rüstung aus. Ägypten sucht in aller Welt nach Geldgebern, die seine Industrie aufbauen; die eigenen Mittel wurden für die Entwicklung von Raketenwaffen verschwendet.

Wer sein eigenes Geld für Kanonen ausgibt, kann nicht verlangen, daß andere ihm die Butter bezahlen. mj.