Die Vernichtung einer kommunistischen Partei Von Peter Christian Hauswedell

John Hughes: Indonesian Upheaval. Verlag David McKay, New York; 5,95 S.

Auslandskorrespondenten haben zuweilen das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. John Hughes, der Fernost-Korrespondent des Christian Science Monitor, hatte entscheidend mehr, nämlich ein gültiges Visum, als er am 4. Oktober 1965 in Djakarta anlangte, vier Tage nach jenem mysteriösen Putschversuch, dessen Auswirkungen schließlich die „gelenkte Demokratie“ Indonesiens zusammenbrechen ließen und ihren Architekten, Sukarno, zu Fall brachten.

Die Berichte über die folgenden Ereignisse, die dem Autor den Pulitzer-Preis der amerikanischen Presse eintrugen, rühren ernstlich an einem Tabu, das dem Westen nur zu gelegen, war: an der Allein Verantwortlichkeit der Kommunistischen Partei Indonesiens für die Planung und Ausführung des Putschversuches. Diese Behauptung, mag sie auch für das neue Regime die Form einer Lebenslüge annehmen, hält einer ernsthaften Nachprüfung und auch der Logik nicht stand.

Hughes schlachtet noch eine zweite heilige Kuh: Er findet nämlich keinen nennenswerten Beweis für die Behauptung, China habe diesen Putschversuch unterstützt. Sogar für den CIA – und man spürt fast Hughes’ Erleichterung zwischen den Zeilen – kam der Coup überraschend.

Auf die Frage nach dem(n). Initiator(en) der Aktion am ersten Oktober antwortet Hughes vorsichtig und abwägend. Eine Möglichkeit schließt er ganz und gar aus: den Coup der Generale, den Oberst Untung ja als Vorwand für seinen Putsch brauchte. Denn zu gering (und daher lebensgefährlich) waren die Sicherheitsvorkehrungen der Generalität. Überzeugende Gegenargumente sind auch die persönliche Integrität General Nasutions und das spätere Zögern der Armee, gegen Präsident Sukarno vorzugehen, selbst als sie im absoluten Besitz der Macht war.

Verdacht gegen Sukarno