Gleich während des ersten Winters in Deutschland bekam ich Rheumatismus. Ich mußte zu einer längeren Behandlung in eine Klinik. Der Chefarzt der Klinik, ein eleganter, gewandter Herr, fragte besorgt, ob mir das Essen auch schmecke. An meinem etwas zögernden Lächeln muß er wohl gemerkt haben, daß mir das Klinikessen gar nicht mundete, wenigstens lud er mich ins chinesische Restaurant ein.

Nachdem er bestellt hatte, fragte er: „Japanische Namen haben doch eine bestimmte Bedeutung. Was bedeutet Ihr Vorname?“

„Ko heißt Kind, und Hisa heißt unerreichbar“, erläuterte ich meinen Namen und erkundigte mich dann, ob denn die deutschen Namen keine Bedeutung hätten.

Er antwortete: „Ich heiße Klaus, aber ich weiß nicht, was das bedeutet.“

Der Martini kam, und er fragte: „Wie sagt man Prost auf japanisch?“ „Kampai.“

Da hob er sein Glas und sagte: „Kampai, unerreichbare Hisako!“

Ich antwortete (damals konnte ich noch recht wenig Deutsch): „Prost, bedeutungsloser Klaus!“