In den letzten Jahren verging kaum eine Pressekonferenz des Hauses Siemens, in der nicht sein am 6. November unerwartet verstorbener Sprecher, Adolf Lohse, auf seine bevorstehende Pensionierung Bezug nahm. Wehmütig, wie es schien. Wer nach dem Kriege an maßgeblicher Stelle einen Unternehmensverband wie die Siemens-Gruppe von ganz unten wieder zur Weltgeltung geführt hat, konnte nicht ohne Schmerzen von dem Abschied nehmen, was sein Lebenswerk war.

Die Trennung sollte langsam geschehen, die Kontinuität in der Leitung des Hauses durfte nicht gefährdet werden. So legte Lohse bereits am 1. Oktober seinen Posten im Vorstandspräsidium nieder, im Frühjahr wollte er aus dem Vorstand ausscheiden, wo sein Schwiegersohn, Heribert Närger, schon die Nachfolgeschaft als Finanzchef angetreten hatte.

Wenn das Haus Siemens von sich sagt, daß es einer seiner großen Männer verloren hat, so ist dem hinzuzufügen, daß der deutsche Wirtschaftsjournalismus um einen lieben Freund ärmer geworden ist. kw