Wessen Schuld war es, daß es dazu gekommen war? Eine typisch athenische Unterhaltung in diesen unentschlossenen Stunden sprach jeden schuldig: Vom König bis zum anonymen Wähler und alle Politiker auf der Linken, der Rechten und dem Zentrum – und natürlich, die Armee.

Gegen viertel nach drei waren die meisten Besucher gegangen, aus dem Rundfunk hörten wir nun neue Befehle: „Der Verkehr von Autos und Fußgängern ist verboten. Alle müssen sofort in ihre Wohnungen zurückkehren. Auf jeden, der nach Sonnenuntergang auf der Straße gesehen wird, wird ohne Warnung geschossen werden ...“ Die Stadt sah jetzt verlassener aus als je. In den Straßen gab es nur Soldaten. Sie sahen nervös und müde aus.

Es war nach fünf, als die fade Musik im Rundfunk aufhörte und das vertraute Klingelsignal eine Nachricht bekanntgab:

„Heute um sieben Uhr abends wird im Palast die neue Regierung vereidigt. Unter dem früheren Generalstaatsanwalt Konstantinos Kollias als Premierminister, General Spandidakis als Vizepremierminister. Die Namen der anderen Minister werden später bekanntgegeben.“

Wir sahen uns verstört an. Sie hatten es also geschafft: Der König und Kollias und der „starke Mann“ Spandidakis. Und wer sonst noch? Die Stille, die das Gebäude mit einer ungewöhnlichen Unruhe erfüllte, wurde von Zeit zu Zeit durch einen Pistolen- oder Gewehrschuß zerrissen. Wir konnten sehen, wie die Männer in den Panzern ihre Gewehre hoben und in die Luft schossen.

Es gab nicht viel mehr, auf das man hätte warten können. Um 20 Minuten nach acht, nach der Nationalhymne, hörten wir, daß die neue griechische Regierung im Königspalast in Gegenwart Konstantins vereidigt worden war. Die neuen Namen? Ein Artillerieoberst Nikolaos Makarezos als Koordinationsminister, ein Brigadegeneral Stylianos Pattakos als Innenminister, und noch ein Artillerieoberst George Papadopoulos als Chef des Premierministerbüros.

Hätte nicht der König sprechen sollen? Wir warteten auf seine Proklamation, auf seine wohlbekannte Stimme. Wir mußten uns mit Kollias und einer Rede zufriedengeben, die mit Klischees, Platitüden und einer historischen Lüge angereichert war: „Die Kommunisten bedrohten das Land, die Armee mußte intervenieren.“