Von Jean-Jacques Servan-Schreiber

Wir verdanken dem Import amerikani-Technik und Organisation, daß von einem allgemeinen Fortschrittsstrom mitgerissen werden. Aber die Schwerfälligkeit, mit der wir auf die Machtausweitung Amerikas reagieren, die erstaunliche Lähmung unserer Energien lassen uns innerhalb dieses Fortschrittsstromes in eine zweite Position gegenüber der herrschenden Gewalt geraten.

Bevor wir den Mechanismus näher analysieren, durch den die wirtschaftliche Abhängigkeit den Fortschritt abwandelt oder stoppt, wollen wir einen Blick in die Zukunft werfen.

Im Jahre 1968 veröffentlichen Herman Kahn und das Hudson-Institut einen tausend Seiten starken Bericht über Charakteristiken des Jahres 2000, die man schon jetzt voraussagen kann.

Das Hudson-Institut stellt zunächst für 1967 die Rangliste der Weltmächte auf, abgestuft nach den Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung: USA, Skandinavien, Kanada, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Sowjetunion, Italien, Japan. Obwohl ihr Einkommen pro Kopf der Bevölkerung sehr niedrig ist, werden noch zwei weitere Länder wegen ihrer großen Bedeutung vom Hudson-Institut mit untersucht: China und Indien – insgesamt also elf Weltmächte.

Die Geschichte unserer Generation, die Geschichte der kommenden dreißig Jahre, wird der Aufstieg der "post-industriellen Gesellschaften" sein, wie sie Daniel Bell benannt hat. Man muß sich diesen Begriff merken, denn er definiert die Zukunft. Er beschreibt eine Reihe fundamentaler Wandlungen, durch sie wird die Gesellschaft des Jahres 2000 in einigen Teilen der industriellen Welt so umgestaltet, daß sie sich von unserer heutigen ebenso unterscheidet, wie wir uns gegenwärtig von Ägypten oder Nigeria.