Gibt es in der Bundesrepublik bald zuviel Abiturienten und Akademiker? Der Deutsche Industrie- und Handelstag hält in seinem neuen Jahresbericht die Absicht der Bildungspolitiker für zu risikoreich, in den siebziger Jahren den Anteil der Abiturienten an der Schülerzahl von 8 auf 15 Prozent zu erhöhen. 10 Prozent sind nach seiner Ansicht völlig ausreichend, wenn man kein akademisches Proletariat wolle.

Damit fordert der DIHT so ziemlich das Gegenteil dessen, was die amerikanische Wirtschaft im Interesse ihrer Wettbewerbsfähigkeit für zweckdienlich hält. In den USA soll die Zahl der Studenten bis Mitte des nächsten Jahrzehnts um dreiviertel wachsen. Ob wir den technologischen Vorsprung der Amerikaner einholen, wenn unsere Jugend im Durchschnitt weniger sorgfältig ausgebildet wird als in den USA?

Je höher der Bildungsstand eines Volkes, desto leichter fällt es ihm, seine wirtschaftliche Leistungskraft zu stärken. Die Entwicklung der Volkswirtschaft wird nicht zuletzt durch den Wunsch von möglichst vielen Akademikern vorangetrieben, im Beruf eine angemessene Stellung zu erreichen. Der Leistungswettbewerb dient auch hier dem Fortschritt. ks