Von Ekkehard Kloehn

Die Chancengleichheit im bundesdeutschen Bildungswesen hat dort ihr Ende, wo die Grenzen der Länder beginnen.

Das ist eine Strophe des allzu bekannten Klageliedes über den Kulturföderalismus in der Bundesrepublik. Trutzig und ehern haben die stammesbewußten Burgen teutscher Länderkultur bisher noch jedem vereinheitlichenden Sturm standgehalten.

Wer sich auf die Meldung hin, daß Hamburg ab 1. 1. 68 den Übergang zwischen Grund- und Realschule oder Gymnasium neu geregelt hat, die Übergangsbestimmungen der einzelnen Länder einmal näher ansieht, der muß in Versuchung geraten, je nach Temperament agitierend, polemisierend oder ganz einfach traurig den alten Gesang wieder anzustimmen.

Geht man von dem Kriterium aus, das am stärksten in die Augen fällt: Übergang mit oder ohne Aufnahmeprüfung, kann man die Länderregelungen drei Gruppen zuordnen.

1. Alle Schüler, die auf eine weiterführende Schule überwechseln wollen, nehmen an einer Prüfung teil (Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein).

2. Alle Schüler können ohne Prüfung in die Eingangsklasse der Schule eintreten, die ihre Erziehungsberechtigten für sie wählen (Hamburg, Berlin).