Von der Meeresuntiefe bis zum romantischen See sind es gut 900 Kilometer. Varberg an der schwedischen Westküste, der Sonnenküste, ist Hafen für Sportangler. Sie fahren von dort aus, im Kattegat Haie zu fischen. In der Mitte Schwedens, im Jämtland, fangen junge Ehepaare in den Flitterwochen Lachsforellen.

So wie er aussieht, muß er direkt von den Wikingern abstammen. Während seine Vorfahren jedoch mit Langschiffen vielen seiner Zeitgenossen das Fürchten lehrten, verhilft Lennart Bengtsson seinen Kunden mit Motorkuttern zu reicher Beute. Er ist Eigner von einem halben Dutzend Fischerbooten vor den fischreichen Gründen seiner heimatlichen Küste.

„Wollen Sie Dorsche, Rochen oder Haie angeln?“ lockt Lennart die harten Männer unter den Feriengästen der Sonnenküste und den schwedischen Sportanglern, von denen es über eine Million geben soll. Sie stellen auch den Löwenanteil derer, die in Ölzeug oder Pullover an der Reling von Lennart Bengtssons Boot lehnen, wenn sie aus dem Hafen von Varberg tuckern und Kurs auf die Fanggründe im Kattegat nehmen.

Varberg, eine Stadt von rund 18 000 Einwohnern, liegt etwa 160 Kilometer nördlich von Hälsingborg an der Europastraße 6 und ist ein bekannter schwedischer Badeort. Sogar zwei verschiedene Arten Küste kann die Stadt ihren Gästen bieten: nach Norden hin felsig und mit vorgelagerten Schären, nach Süden weichen Sandstrand mit Dünen und Wäldern. Der Hafen ist, außer Domizil der Boote für die Freizeitfischer und von professionellen Fängern, Endpunkt der Fährlinie, die Varberg mit der dänischen Stadt Grenå verbindet. Darüber auf dunklem Granitblock die Feste von Varberg, heute nur noch Museum.

Von April bis September laufen die mit Funk und Echolot ausgerüsteten Boote 3.30 Uhr in der Frühe aus und sind fast elf Stunden unterwegs: an Bord jeweils 15 bis 20 Angler. Etwas über 30 Mark kostet das Gefühl, es Hochseefischern gleichgetan zu haben, einbegriffen im Preis sind die Sauna nach der Rückkehr und eine gemeinsame Kaffeetafel.

Das Anglerparadies heißt „Fladen“ und liegt etwa 35 Kilometer von Varberg entfernt im Kattegat. Es ist eine flache Stelle zwischen sechs und vierzig Meter Tiefe und einer Ausdehnung von rund 30 Quadratkilometern. Dornhai und Rochen haben wohl den größten Trophäenwert. Dafür dürfen bis zu zwölf Kilogramm schwere Dorsche das ganze Jahr über geangelt werden. Außerdem gibt es Makrelen und Thunfische.

Die Dornhaie sind kleine Vertreter ihrer Gattung (Europarekord bei 7750 Gramm). Die kapitalsten Meeresbewohner über „Fladen“ sind die Rochen. Freizeitfischer angelten welche mit etwa 50 Kilogramm Gewicht, Berufsfischer brach ten es schon auf das Doppelte.