Berlin Bis zum 20. März, Galerie Strecker: „Joachim Schmettau“

Was Segal für die amerikanische Pop-Art, das ist Schmettau für den deutschen Neurealismus, Er konkretisiert seine Figuren so verblüffend lebensecht, daß man sich momentweise ins Wachsfigurenkabinett versetzt glaubt, bis man dem Bildhauer auf die supranaturalistischen Schliche kommt.

Bonn Bis zum 7. April, Städtische Kunstsammlungen, Arndt-Haus: „Louis Seoane“

Auch Argentinien hat seinen Grieshaber. Die Vergleichbarkeit besteht nicht nur in der Entscheidung für den Holzschnitt, Seoane bevorzugt die gleiche derb-rustikale Figuration, er beweist in den Gauchoblättern soziales Engagement und neigt andererseits dazu, das reale Motiv in eine mythische Dimension zu transponieren.

Leverkusen Bis zum 14. April, Städtisches Museum Schloß Morsbroich: „Lee Bontecou“

Zum erstenmal ist das Werk der amerikanischen Bildhauerin oder Materialbildnerin in Europa umfassend zu sehen. Ein Werk, das in keine der gängigen amerikanischen Stilschablonen hineinpaßt, das sich etwa von der Minimum Art, von der Tendenz zur Massenkommunikation, vom technisierten und rationalisierten Herstellungsprozeß extrem unterscheidet. Die Ausstellung bringt neben großartigen Zeichnungen (Blei auf Papier oder Ruß auf Musselin) und Lithographien elf ihrer dunklen, schwarz-grau getönten Reliefs aus den Jahren 1959 bis 1966.

Sie bestehen aus Segeltuchbahnen, Leinwandstreifen, zerschnittenen Blue jeans, die über Drähte gespannt sind, unregelmäßige Segmente, die sich aus der Fläche wölben, gebündelte Ringe, die einen zerfaserten aufgestülpten Krater umkreisen, das immer wiederkehrende Bontecou-Motiv: die schwarze Öffnung, der Höhleneingang, ein Loch, ein Maul, ein Auge, offen oder vergittert, manchmal durch eine Doppelreihe scharfer Metallzähne geschlossen. Das erste Relief ist um ein einziges „Auge“ konstruiert, in den späteren Arbeiten wird das Motiv multipliziert und dezentralisiert.