Von Ben Witter

Wir standen am Straßenrand. Ich überlegte, wo man hingehen könnte. Uwe Seeler sagte: „Gehen wir doch auf den HSV-Sportplatz.“ Der Weg vor den Tribünen war zu matschig, deshalb gingen wir auf das Spielfeld. Überall lagen kleine verharschte Schneehügel; matschig war es dazwischen auch.

Uwe Seeler wich dem ersten Flecken Schnee aus, dann trat er darauf. Ich fragte: „Wie geht es Ihrer Ferse.“

Er sagte: „Meine Form ist soweit gut, trotz der beiden Fersenoperationen, dem Achillessehnendurchriß, der Knöcheloperation, den Muskelrißoperationen und dem fünften und sechsten Wirbel; der normale Abstand zwischen ihnen besteht ja nicht mehr.“

„Und was sagt die Berufsgenossenschaft?“

„Die Knochen sind morsch, oder da handelt es sich um Degenerationserscheinungen. Fällt man durch eine Verletzung aus, läuft das Gehalt noch sechs Wochen weiter, und es ist Schluß ... Bei mir natürlich nicht; ich wußte schon immer, was eine Mark wert ist, und habe entsprechend vorgesorgt.“

„Ihre Knochen werden noch lange halten“, sagte ich.