Der Aufsichtsrat der Veba will den durch den Tod seines bisherigen Inhabers, Professor Alfred Hartmann, freigewordenen Aufsichtsratssessel mit Bundesminister a. D. Theodor Blank besetzen. Dieser Sitz gehört nicht zu den vier Entsendungsmandaten, die sich der Bund als Großaktionäre nach der Teilprivatisierung des Unternehmens ausbedungen hat. Vielmehr ist der verwaiste Aufsichtsratssitz von der Hauptversammlung frei zu wählen.

Den privaten Aktionären muß es bei der Wahl darauf ankommen, eine Persönlichkeit zu finden, die stark genug ist mitzuhelfen, den Einfluß des Bundes, dessen Interessen mit denen der privaten Veba-Aktionäre keineswegs immer identisch sind, auf das gesetzlich zulässige Maß zurückzudämmen. Anderereits muß er genügend Fachmann sein, um dem Unternehmen auf dem Gebiet von Produktion und Verkauf mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Das kann ein Bundesminister a. D. keinesfalls. Zwangsläufig drängt sich der Verdacht auf, daß hier einem „verdienten Politiker“ eine zusätzliche Pfründe geschaffen werden soll. Daß die Kreditinstitute ihrer Kundschaft, soweit sie zu den Veba-Aktionären gehört, vorschlägt, dieser Wahl zuzustimmen, ist unverständlich. Daß die deutschen Investment-Fonds sie widerspruchslos hinnehmen wollen, ist ein Skandal. Banken und Sparkassen dürfen sich nicht wundern, wenn die Gegner des Depotstimmrechts in seiner heutigen Form neues Wasser auf ihre Mühlen erhalten. kw