In seinem Bericht über die „Lage der Nation“ bot Bundeskanzler Kiesinger Ostberlin Gespräche über den Gewaltverzicht an. Nach dem Memorandum des „Bensberger Kreises“ löste eine evangelische Studie zur Deutschlandfrage eine lebhafte Diskussion aus. Die DDR-Behörden verhängten eine Einreisesperre für NPD-Mitglieder. Der Bundestagsausschuß für gesamtdeutsche und Berliner Fragen beschloß in Berlin einen Gesetzesentwurf für die Einfuhr von DDR-Zeitungen vom 1. Juli bis 31. Dezember.

Bewegung im Ostblock

Der umstrittene tschechoslowakische Staatspräsident Antonin Novotny trat einen Kuraufenthalt an. In der Tschechoslowakei wurde zum erstenmal nach 20jährigem Schweigen wieder öffentlich des Todestages Jan Masaryks gedacht. In Warschau wurden einige Anführer der demonstrierenden Studenten im Schnellverfahren zu Freiheitsstrafen verurteilt. Moskau und Prag bemühten sich um eine Teilnahme Jugoslawiens an der geplanten KP-Weltkonferenz. Auf der Tagung der Waschauer-Pakt-Mächte in Sofia verweigerte Rumänien die Unterschrift unter eine Erklärung zum Atomsperrvertrag.

Nonproliferation

Der CSU-Vorsitzende und Bundesfinanzminister Strauß äußerte seine Bedenken gegen den amerikanischsowjetischen Entwurf des Atomsperrvertrags. Zum Vortrag ihrer Abänderungsvorschläge zum Atomsperrvertrag schickte die japanische Regierung den Leiter der Abrüstungsabteilung im Außenministerium nach Europa. Zum Schutz gegen nukleare Erpressung und Aggression entschlossen sich die Großmächte zu einer Garantieerklärung für nichtatomare Staaten.

Studenten da und dort

Der Verband Deutscher Studenten forderte auf seiner Delegiertenkonferenz in München den Abzug der amerikanischen Truppen aus Vietnam und die Anerkennung der DDR. Einige deutsche Hochschulen vollzogen oder erwogen ihren Austritt aus dem VDS. Die Studierenden der Ingenieurschulen kündigten drastische Anstrengungen zur Durchsetzung ihrer Reformvorschläge an. In Cambridge demonstrierten Studenten mit Eiern und Tomaten gegen den britischen Verteidigungsminister Dennis Healey.