Von Wilfried Legat

Etwa jeder dritte Bundesbürger verbringt seinen Urlaub außerhalb der häuslichen Umgebung. Die Reisewelle nimmt weiter zu.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Statistischen Bundesamtes über die Urlaubs- und Erholungsreise in den Jahren 1962 und 1966. Die repräsentativ ermittelten Zahlen markieren den Trend: 1966 verreisten 20 Millionen Urlauber, das sind fünf Millionen mehr als im Jahre 1962.

Aber nicht nur die Zahl der Reisenden hat zugenommen: Man verreist heute auch häufiger. Der Anteil derjenigen, die im Laufe eines Jahres zweimal und öfter eine längere Privatreise unternehmen, betrug 1962 sechs Prozent, 1966 dagegen zehn Prozent. Zwei Urlaubsfahrten innerhalb eines Jahres sind heute keine Seltenheit mehr.

Die Reisedauer ist allerdings eher kürzer als länger geworden. 1962 dauerten 70 Prozent der Reisen wenigstens drei Wochen. Heute ist dagegen nur jede zweite Reise so lang. Vielleicht als Folge der gestiegenen Reisehäufigkeit.

Der Zusammenhang erscheint plausibel, wenn auch der beachtliche Anteil der einwöchigen Kurzreisen (14 Prozent) eher mit der Spontaneität und der Improvisationsfreudigkeit der zunehmenden Zahl an Autofahrern erklärt wird.

Besuche bei Verwandten und Bekannten sind ebenfalls mit einbezogen. Gezählt wurden alle privaten Reisen, die fünf Tage und länger dauerten.