Sehr sehenswert:

„Die Stunde des Wolfs“, von Ingmar Bergman. Der Film eines Paares, nicht seine Geschichte, sondern der Versuch, in der Spur zu lesen, die von ihm zurückgeblieben ist nach seinem Scheitern. Die Problematik dieses Versuchs ist dem Film mit zur Gestalt geworden. Mitteilung, Vorstellung und Wahrnehmung sind Medium und Gegenstand des Films zugleich: „Der Spiegel ist zerbrochen. Was reflektieren die Scherben?“

„Liebelei“ und „Lola Montez“, von Max Ophüls. „Negresco****“ und „48 Stunden bis Acapulco“, von Klaus Lemke. „Ein Liebesfall“, von Dušan Makavejev. „La Chinoise“, von Jean-Luc Godard. „Die Nonne“, von Jacques Rivette. „Belle de Jour – Schöne des Tages“, von Luis Bunuel. „Der zweite Atem“, von Jean-Pierre Melvilie. „Der Start“, von Roman Polanski. „Bonnie und Clyde“, von Arthur Penn. „Tote schlafen fest“, von Howard Hawks.

Im Fernsehen:

„Im Schatten des Zweifels“ (Shadow of a Doubt). Einer der schönsten Filme von Alfred Hitchcock (1943 gedreht), das Muster eines Anti-Krimis: nicht das Verbrechen, seine Aufklärung oder die Entlarvung des Verbrechers interessieren, sondern die unheimliche Komplizität zwischen den „Ehrbaren“ und dem „Verbrecher“. Ein Netz von Symmetrien erfaßt alle Personen und Beziehungen, niemand ist der, als welcher er dem unbefangenen Blick erscheint. (Sonnabend, 30. 3., 21,00 Uhr, I. Programm.)

Sehenswert:

„Nur noch 72 Stunden“ (Madigan). Von Don Siegel. Scheinbar wie aus den fünfziger Jahren: Verbrecherjagd in New York und Korruption in der Polizeispitze. Aber ein Hauch von Resignation liegt über allem. Nicht das Verbrechen ist die eigentliche Herausforderung an die Polizeibeamten, sondern ihr eigenes Alter, die lange gemeinsame Vergangenheit, die Belastung durch unordentliche Privatangelegenheiten. Ein zerknitterter Henry Fonda und ein Richard Widmark mit Doppelkinn sind Verkörperungen eines alternden Genres.