DIE ZEIT

Was nun in Vietnam?

General William Westmoreland verläßt den vietnamesischen Kriegsschauplatz mit zerzaustem Feldherrnlorbeer. Als er vor vier Jahren sein Kommando übernahm, standen 20 000 Amerikaner in Südvietnam – heute sind es über 500 000.

De Gaulles Pokerspiel

Der Goldpreis steigt wieder. Die internationale Spekulation, für die der Preisrückgang in der Woche nach der Spaltung des Goldmarktes eine bittere Enttäuschung war, hat neue Hoffnung geschöpft.

Telegraphisch

LIEBER KLAUS HARPPRECHT STOP AUSTRITT BEI FISCHER VERLAG BEGREIFLICH STOP EINTRITT IN BRANDTFIRMA GELUNGENE ÜBERRASCHUNG STOP SPD NUN WIRKLICH ARRIVIERT STOP TELEGRAMM AN PARTEIVORSITZENDEN MACHTE SICH GUT STOP WAR ORTSVERBAND FÜR PUBLIZISTEN NICHT ZUSTÄNDIG FRAGEZEICHEN RÜCKANTWORT BEZAHLT STOP STETS IHR H.

Lethargie

Einmal hieß es lautstark – und das ist noch gar nicht so lange her: „Wehret den Anfängen!“ Manche riefen sogar nach dem Kadi.

ZEITSPIEGEL

„Heute um halb eins habe ich gesehen, daß die Fahne des Präsidenten endlich heruntergelassen wurde. Ich hatte das Gefühl, daß eigentlich die Glocken läuten sollten.

Ein schüchterner Demagoge

Als Spott war dieses Gedicht gedacht, das Freunde der Kennedys dem Familienoberhaupt Joseph P. Kennedy im Jahre 1959 in den Mund legten – noch bevor Jack den Kampf ums Weiße Haus begann.

Ulbrichts Zweifrontenkrieg

Unter „vermischten“ Meldungen aus alle: Welt auf der siebten Seite fanden die Leser von Neues Deutschland die lakonische Mitteilung: „Angesichts seines Gesundheitszustandes wird Genosse Novotny in den Ruhestand treten.

Auf dem Weg zum sozialistischen Pluralismus

egenwärtig gibt es in der Welt 94 kommunistische Parteien mit insgesamt 42 Millionen Mitgliedern. Sie zerfallen in drei verschiedene Gruppierungen: Erstens die vierzehn herrschenden kommunistischen Parteien, deren Politik untrennbar mit den jeweiligen Staatsinteressen verknüpft ist; zweitens die kommunistischen Parteien in den hoch-industrialisierten Ländern, die darauf aus sind, allein oder durch Bündnisse mit anderen politischen Kräften ihren politischen Einfluß zu vergrößern; drittens die kommunistischen Parteien der Entwicklungsländer Asiens, Afrikas und Lateinamerikas, die unter völlig verschiedenen Bedingungen teils einen „nichtkapitalistischen Weg“ unterstützen, teils in Opposition zur Regierung für breite „anti-imperialistische Fronten“ eintreten.

Volkspartei in Wehen

Hat es auf dem SPD-Parteitag einen Linksruck gegeben? Diese Frage läßt sich nur mit großen Vorbehalten beantworten. Bei der Vorstandswahl jedenfalls hat sich das Establishment fast geschlossen durchgesetzt.

Haß bis in den Tod

In Armenien starb 71jährig der Ostberliner Chefpropagandist Gerhart Eisler. „Unauslöschlichen Haß gegen den imperialistischen Feind“ zählt die SED in einem Nachruf zu seinen hervorragendsten Eigenschaften.

Dubcek hielt den Kurs

Über die zentrifugalen Kräfte im Ostblock und über die Reinheit der kommunistischen Lehre haben die Partei- und Regierungschefs des Warschauer Pakts am vorigen Sonnabend in Dresden beraten.

UN verurteilte Israel

Erstmals seit ihrer Niederlage im Nahostkrieg vor einem dreiviertel Jahr machte sich vorige Woche unter den Arabern Siegesstimmung breit: Bei einem „begrenzten Vergeltungsschlag“ gegen arabische Terroristen auf ostjordanischem Gebiet erlitten die Israelis am Donnerstag hohe Verluste, ohne ihr taktisches Ziel ganz zu erreichen.

Erfolg für Polens Studenten

Der polnische Episkopat hat am Sonntag in den Kirchen des Landes eine Erklärung verlesen lassen, in der er die Unruhe unter den Studenten als „Ringen um Wahrheit und Freiheit“ bezeichnete.

Westmoreland abberufen

Die „gründliche Überprüfung“ der Kriegführung in Vietnam, mit der sich die Strategen im Weißen Haus und im Pentagon seit der Tet-Offensive beschäftigen, hat ein erstes Ergebnis gezeitigt: General Westmoreland, seit Mitte Januar 1964 US-Oberbefehlshaber in Vietnam, wird am 1.

Koalitionskrise in Bonn

Die Große Koalition in Bonn erlebte am Wochenanfang einen akuten Anfall von hohem Krisenfieber. Bundesinnenminister Lücke reichte am Dienstagmittag seinen Rücktritt ein, den er am Abend auf Ersuchen von Bundeskanzler Kiesinger wieder rückgängig machte.

Schütz fiel durch

Bei den Wahlen der 31 Beisitzer des Vorstands (bisher 29) ergab sich eine leichte Linksverschiebung. Neu wurden u. a. IG-Bergbauchef Walter Arendt, der Bundesvorsitzende der Jungsozialisten Peter Corterier und der „rote“ SPD-Landesvorsitzende aus Schleswig-Holstein, Jochen Steffen, aufgenommen.

Verwirrung in Panama

Zum zweitenmal seit 1945 wurden dem mittelamerikanischen Kleinstaat Panama (etwa so groß wie Österreich, 1,3 Millionen Einwohner, Hauptstadt: Panama) zwei Präsidenten und zwei komplette Regierungen zur gleichen Zeit beschert.

Namen der Woche

Corrado Bafile (64), Erzbischof und apostolischer Nuntius in der Bundesrepublik, verhandelte in München mit der bayerischen Landesregierung und Vertretern der CSU, SPD und FDP über eine Änderung des bayerischen Konkordats von 1925, die durch den Kompromiß der drei Parteien über eine Volksschulreform nötig geworden ist.

Nasser gab nach

Unter innenpolitischem Druck hat der ägyptische Staatspräsident Nasser Mitte voriger Woche sein Kabinett umgebildet und vergrößert.

Aufwind für die Volksfront

In der französischen Nationalversammlung, die nach viermonatiger Winterpause Anfang April wieder zusammentritt, will die Opposition der Regierung eine Kraftprobe liefern.

Schwarz-rote Konzils-Republik?

Der anlaufende Wahlkampf in Italien steht im Zeichen eines neuen Schlagwortes. „Republica conciliare“ – Konzilsrepublik – lautet die von der liberalen Opposition geprägte magische Formel.

Ein Coup in Downing Street?

Erst nörgelte man nur an der Labour-Party. Dann war es die Regierung, auf die sich die Kritik konzentrierte. Neuerdings nun macht die Unzufriedenheit auch vor dem Kern der Macht, dem Premierminister, nicht mehr halt.

Unsere Nachbarn, unsere Freunde

Die Ergebnisse einer Meinungsumfrage, die das Allensbacher Institut für Demoskopie für die Illustrierte „Stern“ veranstaltete, werfen ein Schlaglicht auf zwei deutsche Probleme: Sollen die Ostgebiete an die Deutschen zurückgegeben werden oder bei Polen bleiben? Soll Deutschland wiedervereinigt werden oder nicht? So die Fragen, die an einen „repräsentativen Durchschnitt“ der Bürger in Frankreich, Holland, Belgien, Norwegen, Dänemark und in den USA gestellt wurden.

Mit Rücksicht auf die Familie

So mancher Abgeordnete hat in der schleswigholsteinischen Nachkriegsgeschichte schon auf einem der weinroten Sessel im Plenarsaal des Landtags an der Kieler Förde in der einstmals Kaiserlichen Kadettenakademie Platz genommen.

Rote Bank am Stachus

Der deutsch-jugoslawischen Handelsgesellschaft „Deutsche Slowenijatis“, die am Rande des Münchner Stachus residiert, steht eine Geschäftserweiterung ins Haus.

Party-Club

In der Rubrik „Bekanntschaften“ der „Münchener Abendzeitung“ erscheint an jedem Sonnabend die gleiche Anzeige: „Gesellschaftsliebende aller Altersklassen lernen sich im Partyclub kennen“, behauptet der Text.

Auf zum Gebet

Fünfzehn Minuten dauert die christliche Morgenandacht, mit der alle drei Wochen am Hölty-Gymnasium zu Wunstorf die regulären Unterrichtsstunden beginnen.

Rohe Gewalt

Die meisten Verbrecher, die sich vor dem Gesetz nicht zu verantworten brauchen, sind unter den Eltern!“ In diesen Satz hat ein Oberstaatsanwalt seine Erfahrungen aus zahlreichen Prozessen wegen Kindesmißhandlungen zusammengefaßt.

Gottes Stimme im Kino

Das ist die Geschichte des 24jährigen Heilsarmeekadetten Jürgen R.: In seinem sonntäglichen Stammkino lief ein Film über die Heilsarmee.

Schuld hat der Papa

Schuld ist der Papa. Alles hatte er sich so schön ausgemalt. Ein Sohn sollte seine Leidenschaft für den Fußball teilen. Ihn wollte er mit auf den Sportplatz nehmen und mit ihm die Spielergebnisse diskutieren.

Der Mensch in der Masse

Das aufrührerische Element auf den Tribünen eines Fußballplatzes bereitet heute oft mehr Kopfschmerzen als die nachlassende Form einer Liga-Mannschaft.

Urworte orffisch

Ein O-Daiko macht vierundzwanzigmal hintereinander Ratatatata, molto eccitato sagt die Spielanweisung – die Lautstärke wird ständig gesteigert.

Hörspiel international

Auf der Einladung hatte „Internationale Hörspieltagung“ gestanden...........................................................

EXKLUSIVE NACHRICHTEN

Der Chef der Bertelsmann-Verlagsgruppe, Reinhard Mohn, hat bekanntlich in den letzten Jahren einen Teil seiner unternehmerischen Energie der Geflügelzucht gewidmet.

Christoph Ehmann als einzelner

In den spätmarxistischen Gesellschaftstheorien bleibt für den einzelnen Menschen wenig Platz. Am Ende will man sich ihm gewiß wieder zuwenden; am (lange währenden) Anfang sind die Kollektive vor allem.

Beschreibung eines Kampfes

Nach einer langen Nacht entschied sich am frühen Morgen des 18. März 1968 die für das deutsche Programm der XIV. Westdeutschen Kurzfilmtage verantwortliche unabhängige Auswahlkommission gegen den erbitterten Widerstand der in der Kommission vertretenen Veranstalter des Festivals für Hellmuth Costard und seinen Film "Besonders wertvoll".

Fünf Minuten großes politisches Theater

Die Entwicklung ist konsequent: Als Peter Weiss den „Marat“ schrieb, stellte er mit dem Vertreter der vita contemplativa, dem Marquis de Sade, und dem Revolutionär Jean Paul Marat zwei Gegenspieler auf das Podest: den Anwalt der sozialen Veränderung und den Verfechter des Individualismus, den Handelnden und den Betrachter, die ihre Positionen mit gleicher Überzeugungskraft verteidigten.

Mehrfacher Notstand

Aktueller kann Theater scheinbar nicht sein. Am 2. Juni 1967 besuchte der Schah von Persien Berlin und löste durch seine Anwesenheit studentisches Aufbegehren gegen die bestehende Ordnung aus.

Mini-Anti-Documenta

Als er auf der Pariser Weltausstellung 1855 zurückgewiesen wurde, mietete Courbet eine Baracke in der Avenue Montaigne, schrieb „Le Réalisme.

Bilder einer fließenden Welt

Hisako Matsubaras Beobachtungen und Betrachtungen einer Japanerin. in Deutschland sind unseren Lesern noch in Erinnerung, da will es ein glücklicher Zufall, daß wir heute auch Hisakos Schwester Naoko Matsubara, als Gast in Deutschland, vorstellen können.

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