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DIE ZEIT

Nordhoff

Wolfsburg ohne Nordhoff – man wird sich an den Gedanken erst gewöhnen müssen. Die Stadt am Mittellandkanal ist um das und aus dem Volkswagenwerk gewachsen, an dessen Spitze Heinrich Nordhoff zwanzig Jahre lang gestanden hat.

Schlüssel zur Ostpolitik?

Das politische Klima für den neuen Versuch der Bundesregierung, das Verhältnis zu Moskau zu entspannen, scheint nicht gerade günstig zu sein.

Die Vernunft blieb auf der Strecke

Die Schüsse vom Gründonnerstag werden noch lange nachhallen in Deutschland. Das Attentat auf Rudi Dutschke und die Straßenschlachten der Ostertage markieren das Ende einer Epoche.

Vietnam-Sparring

Die Vorgespräche für Waffenstillstandsverhandlungen in Vietnam haben begonnen – jedenfalls die Vorgespräche der Vorgespräche.

Gomulkas Feuerwehrmann

Immer elegant, mit einem Lächeln auf dem photogenen Gesicht, sehr zivil auch in Uniform – so kennt man Marian Spychalski, den dreiundsechzigjährigen Kommunisten, dessen klug wirkender Kopf immer ein wenig aus den derberen Gesichtern der alten Garde hervorstach.

Argentiniens weiche Diktatur

er erste Zeitungskiosk, an dem ich in Buenos Aires haltmachte, hatte Broschüren aushängen, deren Umschläge die Köpfe von Che Guevara, Perón und Eichmann zierten.

ZEITSPIEGEL

„Die deutschen Regierungsbehörden könnten versuchen, die maßvolle Mehrheit der Studenten dadurch zurückzugewinnen, daß sie die westdeutsche Politik neu beleben.

Im Teufelskreis der Ratlosigkeit

Recht und Ordnung, überkommenes Recht und bestehende Ordnung werden bei uns zulande groß geschrieben, Fortschritt und Offenheit werden klein geschrieben, und je deutlicher wir die Regierenden an ihre Aufgaben erinnern, desto ängstlicher werden sie – ein Teufelskreis der Unbeweglichkeit, der Gewalt hervorruft.

Gustav Heinemann:: Das Versagen der Alten

Diese Tage erschütternder Vorgänge und gesteigerter Unruhe rufen uns alle zu einer Besinnung. Wer mit dem Zeigefinger allgemeiner Vorwürfe auf den oder die vermeintlichen Anstifter oder Drahtzieher zeigt, sollte auch daran denken, daß in der Hand mit dem ausgestreckten Zeigefinger zugleich drei andere Finger auf ihn selbst zurückweisen.

Kein SDS-Verbot

Nach dem Grundgesetz sind nur die Regierungen der Bundesländer und ihre Innenminister zuständig, Ausschreitungen zu bekämpfen, wie sie sich in den Osterfeiertagen in mehreren Städten zugetragen haben.

Geschrammter Dampfer

Die Geschichte hat die Topoi eines Krimis (und ist wohl deshalb schon in angelsächsischen Zeitungen auffallender als in hiesigen Blättern placiert worden).

Die Erklärung der Vierzehn

Zum zweitenmal innerhalb eines Jahres hat blutige Gewalt die Studenten getroffen. So isoliert die Hintergründe des Mordanschlags auf Rudi Dutschke auch scheinen mögen, sie enthüllen den Zustand unserer Gesellschaft.

In den Händen der Polizei

Ich stand als Beobachter eines friedlichen, von Studenten über Megaphon zur Gehaltlosigkeit aufgerufenen Demonstrationszuges an der Ecke Kurfürstendamm/Meinecke-Straße.

Prag hat seinen Braintrust

Zur Zeit des fast zwanzigjährigen „tschechoslowakischen Winters“ nannte der Flüsterwitz sie „das illegale Zentralkomitee der kommunistischen Partei“.

Zuflucht zur Gewalt

Zum erstenmal traf ich Stokeley Carmichael in Amerikas tiefem Süden. Damals war er einer von vielen – von vielen jungen Leuten, die marschierten und diskutierten und die geschlagen wurden.

Waffenhandel

Die Befürchtungen der Israelis haben sich bestätigt: Frankreich liefert dem Irak Düsenjäger. Schon nach dem Besuch des Bagdader Staatschefs Aref in Paris vor wenigen Monaten hieß es, de Gaulle sei willens, für Ölkonzessionen Waffen einzutauschen.

Bonner Angebot

Die Bundesregierung ist bereit, mit der Sowjetunion und den anderen Staaten des Warschauer Paktes, einschließlich der DDR, gegenseitige Erklärungen über einen Gewaltverzicht auszuhandeln.

-- Von ZEIT zu ZEIT --

Nach dem Berliner Attentat auf den SDS-Ideologen Rudi Dutschke kam es an vielen Orten der Bundesrepublik über die Ostertage zu schweren Zusammenstößen zwischen der Polizei und Anti-Springer-Demonstranten.

Erfolg für Biafra

Biafra, die am 30. Mai vorigen Jahres abgefallene Ostregion Nigerias, hat erstmals die internationale Isolierung durchbrochen: Als erstes Land der Welt erkannte das ostafrikanische Tansania die Ibo-Republik als „unabhängige, souveräne Einheit“ an.

Moskau bleibt hart

Dem demokratischen Frühling in der ČSSR ist in der Sowjetunion eine ideologische Winterstimmung gefolgt. Das Zentralkomitee der KPdSU stellte nach einer Plenarsitzung am Donnerstag voriger Woche fest: Die antikommunistische Propaganda setze auf „die Schwächung der Einheit der sozialistischen Länder“ und auf „die Spaltung der fortschrittlichen Kräfte unserer Zeit zur Unterhöhlung der sozialistischen Gesellschaft von innen her“.

USA: Kampf den Negerslums

Unter dem Druck der Rassenunruhen, die Mitte voriger Woche zuletzt in Kansas City aufflammten, hat der US-Kongreß ein lange blockiertes Bürgerrechtsgesetz verabschiedet.

Konferenzort gesucht

Washington und Hanoi haben sich noch immer nicht auf einen Ort für erste Kontaktgespräche einigen können. Das Weiße Haus hatte New Delhi, Genf, Rangun, Djakarta oder Vientiane als mögliche Konferenzorte genannt.

DDR sperrt Minister-Reisen

Die SED-Führung hat die Unruhen in Westberlin als Vorwand für eine weitere Einschränkung des Reiseverkehrs in die ehemalige Reichshauptstadt benutzt.

Die Revolution der Computer

Die Revolution kommt leise. Keine Demonstration mit Fahnen und Transparenten kündigt sie an; sie wird in Konferenzen vorbereitet, in denen nüchtern über Zahlen und Fakten gesprochen wird.

„Nichtangriffspakt“ in Farben

Politik und Fernsehen: Was die Öffentlichkeit unter dieser Verbindung versteht, bezieht sich gemeinhin auf die Programme der Sender und auf Positionen in den Anstalten.

Zum 21. April: Das Jahr der Obristen

Griechenland, in Deutschland seit Jahrhunderten in Mode wie nirgendwo sonst auf der Welt, allerdings mehr als Domäne der Philosophen, Altertumsforscher und Touristen, ist nach dem Obristenputsch vom 21.

Unbrüderliche Kirche

In Köln kam es aus Anlaß einer Gedächtnisfeier für den ermordeten Negerführer Martin Luther King zu einem Eklat, der ein gutgemeintes Vorhaben diskreditierte und zugleich die Schwierigkeiten mancher katholischer Würdenträger, sich im Geiste des Konzils der Welt zu öffnen, auf beschämende Weise deutlich machte.

Über den Dächern von Hamburg

Am Karfreitag hatte Hamburgs Fernsehturm Premiere. In 25 Sekunden war man oben, 124 Meter über der Hansestadt. Bis zur Antennenspitze mißt das vielgerühmte technische Wunder 271,5 Meter.

„Wir dürfen nichts riskieren“

Im D-Zug nach Weimar, 6. April 1968. Saale-Kurve, von oben grüßte in der Morgensonne die Rudelsburg. Der Speisewagen war ab Halle stark besetzt, bei einem Kaffee kamen wir rasch ins Gespräch.

Aachen kontra Wien

Der alte, 150 Jahre währende Streit um den Besitz der drei Aachener Reichskleinodien hat neuen Nährstoff gefunden. Der Anlaß: eine Dissertation des Düsseldorfer Gerichtsreferendars Fritz Ramjoue über die Eigentumsverhältnisse dieser Kunstwerke.

„Kontakte“ macht’s möglich

Es gibt nichts jugendgefährdenderes als eineMoral, die uns die Geschlechtsdrüsen verkleistern will.“ Dieser Notschrei in der „Zeitung für Schüler“ hat Baden-Württemberg aufgeschreckt.

Sturm auf morsche Rekorde

Mit bisher nie gekanntem Aufwand bereiten sich die Leichtathleten in aller Welt auf ein Abenteuer vor. Es heißt Olympische Spiele.

Man kann nicht aufhören

Es war eine von diesen Begegnungen, wie man sie in dem Beruf oft hat: Man steht irgendwo herum, wartet, daß vielleicht etwas passiert, unterhält sich.

Unverschuldete Bekränkung

Hierselbst bin nun nach Gottes Willen annoch beständig. Da aber nun 1) finde, daß dieser Dienst bei weiten nicht so erklecklich, als man ihn mir beschrieben, 2) viele accidentia dieser Station entgangen, 3) ein sehr teurer Ort und 4) eine wunderliche und der Musik wenig ergebene Obrigkeit ist, mithin fast in stetem Verdruß, Neid und Verfolgung leben muß, als werde genötiget werden mit des Höchsten Beistand meine Fortun anderweitig zu suchen.

Titel und Talente

Als beim Festival für Zeitgenössische Kunst in Royan das erste Konzert zu Ende war – Karlheinz Stockhausen und fünf seiner Akolythen hatten unter anderem seine „Prozession“, seine „Telemusik“ und sein „Solo“ aufgeführt –, kehrte der Komponist unter nahezu einhelligem Beifall auf die Bühne zurück, einem Beifall, den er mit einer Ungerührtheit entgegennahm, die nur von seiner neuen, bis über den Kragen hinabreichenden Frisur gemildert wurde.

Ernst Wilhelm Nay

Es ist erst wenige Wochen her, als Nay und ich auf Picasso zu sprechen kamen und ich sagte, daß, wenn die Nachricht über den Tod Picassos eines Tages in den Schlagzeilen steht, die Sonne um einiges dunkler werden wird.

Jetzt ist’s genug!

Der Ersatz der Hochschulreform durch immer neue Reformpläne ist unerträglich geworden

Jetzt muß der Wissenschaftsrat entscheiden statt zu empfehlen

Unter dem Druck rebellierender Studenten, denen dafür zu danken ist, überschlagen sich seit einigen Monaten die Hochschulreformvorschläge: Jede Fakultät will die ihren schleunigst unter Dach und Fach bringen; jedes Bundesland will das erste sein, das Ergebnisse vorweisen kann; kein Studentenverband, kein Professor, der nicht auch das Seine an höchst wünschenswerter, hier freilich verfehlter Privatinitiative beizutragen hätte.

Unbehagen an der Bürokratie

Das Unbehagen am Aufstand der Studenten hat im Bewußtsein der Hochschullehrer das Unbehagen an der Bürokratie ein wenig verdrängt.

Neu! Publik!

lese Zeitung wird sich bemühen, eine katholische Zeitung zu sein, auf eine so ursprüngliche Weise, wie es kaum jemandem mehr ins Bewußtsein kommt, wenn von katholisch die Rede ist – so umreißt Hans Suttner, Geschäftsführer der als Verleger fungierenden „Gesellschaft für Publizistik mbH, Frankfurt“ Ziel und Anspruch der neuen katholischen Wochenzeitung „Publik“, die am Gründonnerstag ihre Null-Nummer an Freund und Feind lieferte.

ZEITMOSAIK

Weil er sich darüber wunderte, daß seine siebenjährige Tochter Isabel gelegentlich wenig Lust verspürte, auf dem Klavier zu üben, wird Herbert von Karajan ein Gremium von Medizinern, Psychologen und Musikern sich die Frage vorlegen lassen, wie eigentlich die Beziehungen zwischen der Musik und dem Zuhörer zustande kommen, wie sie zu verbessern sind, wie vor allem junge Leute schneller und dauerhafter an die Musik herangeführt werden können.

Wer hängt ihn ab?

Mit ein paar beängstigend subtilen Fragen, betreffend Münchens neuen Chefdramaturg gen Ernst Wendt, wandte sich der Bayern-Kurier an das Bayerische Staatsschauspiel und an seine Leser.

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