5, – DM

Der Dokumentationsteil umfaßt die Hälfte des Büchleins. In chronologischer Folge wird noch einmal vorgeführt, wie sich Anfang dieses Jahres die Auseinandersetzung zwischen Professoren und Studenten zuspitzte, wie die Springer-Presse den Unmut der Bevölkerung gegen die Linksrebellen schürte und dann nach dem Vietnam-Kongreß „das gesunde Volksempfinden“ zuschlug. Die Autoren schließen ihre Betrachtung mit der resignierten Feststellung, daß die Politik in Berlin sich nicht gescheut habe, „ein faschistisches Potential zu mobilisieren, um in plebiszitärei Aktion Bestätigung zu suchen“. Wer die Osterunruhen besser verstehen will, sollte diese Dokumente lesen. – Zur sachlichen Information dient auch

Rolf Seeliger: „Die außerparlamentarische Opposition“; Verlag Rolf Seeliger, München: 200 Seiten, 7,80 DM

In einer erfreulich unpolemischen Weise hat Seeliger die oppositionellen Gruppen abseits der Parteien vorgestellt. Die Bandbreite reicht vom Sozialistischen Zentrum und den linken Studenten bis zu den Rechtsdemokraten („Gesamtdeutsche Arbeitsgemeinschaft“, „Aktionsgemeinschaft unabhängiger Deutscher“). Verschiedene Politikei (Helmut Schmidt, Hans Wolfgang Rubin, Baron zu Guttenberg, Ernst Benda u. a.) äußern ihre Ansichten zur außerparlamentarischen Opposition. Eine unentbehrliche Bestandsaufnahme der politischen Wirklichkeit in der Bundesrepublik.

K. H. J.