Wirtschaft

General Motors: Belastungen

ünfundsiebzig Cents je Aktie können d:e General Motors Aktionäre für 1967 weniger kassieren als im Vorjahr. Das gebremste Wachstum der amerikanischen Wirtschaft blieb auch nicht ohne Einfluß auf Amerikas größten Konzern.

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DIE ZEIT

Die Stunde des Parlaments

Die Ruhe der letzten Tage mag täuschen. Neue Kraftproben zwischen den radikalen Studenten und der Obrigkeit stehen bevor: bei der Jahrhundertfeier der Eßlinger Zeitung am kommenden Sonntag, beim Tag der Arbeit nächste Woche, dann beim Notstands-Sternmarsch auf Bonn am 11.

Der hartnäckige Krieg

Die Ouvertüre zu den Vietnam-Gesprächen wurde durch propagandistische Breitseiten und polemische Unterstellungen eingeleitet.

Moskaus späte Einsicht

Präziser als jetzt ein Moskauer Sprecher vor der Presse vermochte es bisher auch Washington nicht der Bundesregierung die Gewißheit zu geben: Die Unterschrift unter den Atomsperrvertrag wäre überhaupt kein Hindernis für eine weitere deutsche Mitwirkung in der Nuklearen Planungsgruppe der NATO.

De Gaulles Starrsinn

In vertraglich gesicherter Routine, aber ergebnislos in der Hauptsache, verliefen die Bonner Gespräche zwischen Couve de Murville und Willy Brandt am Montag.

Ulbrichts Nadelstiche

Die DDR behindert die Durchreise von Bundesbürgern nach Berlin: nicht nur von NPD-Mitgliedern, nicht nur von Bundesministern, sondern auch von biederen pensionierten Amtmännern.

ZEITSPIEGEL

Streikposten zogen am Dienstag vor dem Institut für Publizistik an der Freien Universität auf: Streikbrecher erschienen nicht.

Ein Nonkonformist als Regierungschef

Das Zwanzig-Millionen-Volk der Kanadier nimmt Abschied von der Welt der Väter. Am vorigen Sonnabend wurde in Ottawa der jüngste Premierminister in der Geschichte des Landes auf sein Amt vereidigt, der erste, der in diesem Jahrhundert geboren ist, von dem 71jährigen Lester Pearson, der sich aufs Altenteil zurückzog, so verschieden wie John F.

Proteststimmung auch im Musterländle

Ha no", sagte der Mann mit den derben, verarbeiteten Händen und fixierte stirnrunzelnd einen Studenten, der, das Mao-Brevier schwenkend, weitschweifig vom Idealbild der sozialistischen Gesellschaft redete und sich dabei auch nicht durch den Versammlungsleiter unterbrechen lassen wollte, "jetzt tat i mi doch a bisle ordentlicher aufführa.

Die Internationale der Rebellierenden

Die Studenten machen keine Revolution, aber sie machen Schlagzeilen. Werden sie der mörderischen Publizitätsmaschine gewachsen sein? Nach den Provos von Amsterdam und den Rebellen von San Franzisko sind jetzt die „Rädelsführer“ des SDS an der Reihe.

Hört auf, Lenin zu spielen!

„Gewalt“ gehört zum klassischen Revolutionsbegriff. Die bestehende Ordnung wird „umgewälzt“ durch Mittel, welche die Gesetze verbieten.

Sprecher der Außerparlamentarischen Opposition in Berlin und der Bundesrepublik über Perspektiven der Revolution: Strategie der Gegengewalt

Zu 1) Ich sehe keinen Anlaß, die Ziele zu revidieren, allerdings einen dringenden Anlaß, sie besser zu artikulieren. Mir scheint, daß im Zusammenhang mit den spontanen Aktionen gegen Springer verschiedene Ziele durcheinandergeraten sind, die erst einmal artikuliert werden müssen, damit die Adäquanz der Aktion zu der vorher geklärten Artikulation wiederhergestellt wird.

Springers Berlin-Monopol

In dieser Woche wurde den Berliner Verlegern ein 180 Seiten starkes Gutachten der sogenannten Michel-Kommission über die Wettbewerbssituation von Presse und Rundfunk (inklusive Fernsehen) übergeben.

Nach bewährtem Muster

Am 16. April erschien „Bild“ mit der Balkenüberschrift: „Möbelhaus in Brand gesteckt.“ Darüber die rhetorischen Fragen: „Ist das Demonstration?“ – „Ist das Diskussion?“ – und die Antwort: „Nackte Zerstörungswut.

Wolfgang Ebert:: Lieber Student P.

Geduld, haben Sie doch Geduld! Lassen Sie endlich ab vom Randalieren und Protestieren. Und vor allem von der Gewalt. 85 Prozent von uns und 122 000 Polizisten stehen mit vielen Hunderten von Wasserwerfern gegen Sie – sehen Sie nicht, wie aussichtslos das alles ist? Sie machen sich nur unbeliebt und erreichen, daß sich NPD und SED ins Fäustchen lachen, weil Ihre kleine Minderheit uns in die Anarchie treibt.

Bummelant auf Staatskosten?

Dutschke und seinesgleichen sind verbummelte Studenten, die, wenn sie nicht gerade Revolution machen, auf der faulen Haut liegen, natürlich auf Kosten des Steuerzahlers.

„Hände weg von Enoch!“

Eigentlich stand am ersten nachösterlichen Arbeitstag des Britischen Unterhauses eine Abstimmung über das neue Gesetz gegen Rassendiskriminierung auf dem Programm.

Nicht nur Rassenkampf

Wenige Tage nach der Ermordung Martin Luther Kings hat das amerikanische Repräsentantenhaus – wie vorher schon der Senat – die seit zwei Jahren überfällige „Open Housing Bill“ verabschiedet.

Namen der Woche

Wilhelm Gutmann (67), badenwürttembergischer NPD-Landesvorsitzender, muß sich laut Erklärung der Staatsanwaltschaft Tübingen den Vorwurf gefallen lassen, als NSDAP-Ortsgruppenleiter und Bürgermeister von Tiengen/Südbaden 1938 am Vorabend der „Reichskristallnacht“ zu Terroraktionen gegen die Juden aufgehetzt und sich nach dem Krieg als Mitarbeiter der französischen Sicherheitspolizei betätigt zu haben.

Prag geht „eigenen Weg“

Neue Kraftlinien des Polyzentrismus haben sich am Vorabend der Konferenz abgezeichnet, die am Mittwoch in Budapest begann und auf der die kommunistischen Parteien ein neues Welttreffen vorbereiten wollen.

„Nationale Schande“

Unter dem Schutz außergewöhnlicher Sicherheitsvorkehrungen hat das Athener Regime am vorigen Sonntag den ersten Jahrestag der „nationalen Revolution“ begangen.

Milde Töne aus Moskau

Zwei Tage vor Beginn der UN-Debatte über den Atomsperrvertrag hat die Sowjetunion erneut ihr Interesse an der deutschen Unterschrift bekundet.

Von ZEIT zu ZEIT

Bei seinen Bonner Gesprächen mit Willy Brandt erklärte der französische Außenminister Couve de Murville erneut seine Zustimmung zu einem handelspolitischen Arrangement mit Großbritannien ohne Koppelung mit der Frage des EWG-Beitritts.

Südafrika: k. o.

Wegen seiner Apartheid-Politik war Südafrika bereits 1963 von den Spielen in Tokio ausgeschlossen worden. Im vorigen Jahr berichtete eine nach Südafrika entsandte Sonderkommission dem IOC, daß Südafrika zwar weiterhin gemischtrassische Sportwettkämpfe unterbinden, andererseits aber eine aus weißen und farbigen Sportlern bestehende Mannschaft nach Mexiko entsenden wolle.

Noch kein Vietnam-Treffen

Drei Wochen nach der dramatischen Friedensgeste von US-Präsident Johnson waren Washington und Hanoi am Wochenanfang noch immer in einen Kleinkrieg um den Ort für erste Kontaktgespräche verstrickt.

Paris blieb taub

Selbst der dringende Appell, den Bundeskanzler Kiesinger an „unsere französischen Freunde“ richtete, hat den britischen EWG-Beitritt nicht vorangebracht.

Geheimwaffe der Griechen

Ein Frühling wie in Griechenland .. Andreas Papandreou, auf der Terrasse eines Godesberger Hotels sitzend, den Drachenfels als rheinische Variante der Akropolis im Rücken, konnte an diesem heißesten April-Wochenende des Jahrhunderts nicht wissen, daß seine griechischen Landsleute zu Hause die Heizung anstellen mußten.

München: Für einen Nationalpark

Die bayerische NPD ist mit 15 Abgeordneten im Landtag vertreten. Bei den Wahlen 1966 hatte sie 780 572 Stimmen erhalten, das sind 7,4 Prozent aller abgegebenen Stimmen.

Mainz: Getarnt im Westerwald

Der Ausgang der rheinland-pfälzischen Landtagswahlen vom Frühjahr 1967 war für die Nationaldemokraten, gemessen an den vorausgegangenen Erfolgen in Hessen und Bayern, eine herbe Enttäuschung.

Kiel: Ungeliebte Vergangenheit

Vor der Landtagswahl am 23. April 1967 gerieten die NPD-Propagandisten in Schleswig-Holstein zunächst zwischen von Thadden und Thielen, die sich in Bremen und Hannover mit harten Bandagen bekämpften.

Hannover: Parlaments-Störenfriede

Schauplatz heftiger Attacken gegen die NPD ist gerade jetzt der niedersächsische Landtag gewesen. Bei der zweiten Lesung des Landeshaushalts hatte die zehnköpfige NPD-Fraktion beantragt, die Landeszentrale für politische Bildung aufzulösen, die Zuschüsse für den Ring politischer Jugend wegfallen zu lassen und den Landesanteil an den Kosten der Ludwigsburger Zentralstelle der Länderjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen ersatzlos zu streichen.

Bremen: Nur nicht auffallen

Die acht NPD-Abgeordneten im Bremer Parlament haben bisher keinen Anlaß gegeben, sie für eine nichtdemokratische Fraktion zu halten.

Bilanz der Ostertage: Scherben und vertane Chancen

Sie zogen ihre Oster-Bilanz, die Kneipiers, die Kurdirektoren, die Braumeister und die Reisebüroagenten. Wie alljährlich zählten sie die verkauften Betten und die ausgeschenkten Hektoliter Bier.

Benno Besson entdeckt Sganarelle

In Brechts nachgelassenen dramatischen Fragmenten finden sich auch einige Szenen, mit denen der Stückeschreiber Shakespeares „Romeo und Julia“ zu „erweitern“ trachtete.

Der wahre Kampf mit dem Dämon

Klein, robust, ein fester Körper, beherrscht von den Fingerspitzen bis in die Zehen, fast taillenlange, unfrisierte schwarze Mähne, dunkle Samtaugen von beinahe finsterer Intensität – das ist La Singla, der zwanzigjährige Star einer spanischen Truppe, die jetzt zum drittenmal durch Europa zieht und (bis zum 27.

Den Studenten der Publizistik reicht’s jetzt

Etwa dreihundert Studenten am Berliner Institut für Publizistik haben einstimmig beschlossen, ab sofort so lange keine Vorlesungen und keine Seminare zu besuchen, bis der Berliner Lehrstuhl für Publizistik ordnungsgemäß besetzt ist.

Fernsehen: Blutwasser der Unschuld

Da hoben die Demonstranten das Kreuz, da schlug man mit Latten, da spritzte das Wasser, da sah man verzerrte Gesichter, da wurde das Photo eines sterbenden Menschen gezeigt, da tauchten die Pferdeköpfe über den Stürzenden auf, da sprach man auf der Regierungsbank Worte, die manchem Christen wie die Worte des Landpflegers klangen: Ich wasche meine Hände in Unschuld; sie und nicht wir sind schuld daran; wir lassen nicht zuschanden machen, was wir aufgebaut haben; die Ordnung ist bedroht von einer kleinen Minderheit; ich aber weiß mich einig mit unserem Volke.

Der alte PEN und die Jungen

Die Ehrungen der Toten des vergangenen und der Lebenden des kommenden Jahres – ein neuer Ehrenpräsident wurde gewählt und drei neue Vizepräsidenten – beschäftigte die knapp vierzig Mitglieder des deutschen PEN-Zentrums, die zur diesjährigen Generalversammlung am Freitag nach Kassel gefahren waren, so lange, daß die Geschäftssitzung am Freitag verlängert und am Sonnabend neu anberaumt werden mußte, damit auch die Ereignisse dieses Jahres zur Sprache kommen konnten.

Der Autor und sein Erfolg

Der in unserem Land sehr verbreitete und beliebte Satz, daß der Erfolg den Menschen korrumpiere, ist ein Gerücht, das deutsche Innerlichkeit ausgestreut hat.

PEN-RESOLUTION

1. Bund und Länder sollten unverzüglich die zahlreichen Pläne und Gesetze zur Bildungsreform überprüfen, koordinieren und den Parlamenten ein insgesamt verabschiedungsreifes Gesetzeswerk vorlegen, das diejenigen Forderungen der Studenten erfüllt, die berechtigt sind.

Greenes Selbstbekenntnis

Dies ist das vierte für die Bühne verfaßte Stück des erfolgreichen Erzählers Graham Greene. Um künftige Verwechslungen zu vermeiden, muß man den englischen Originaltitel „Carving a Statue“ erwähnen.

Gerechte, friedliche Gesellschaft

Hätte sich ein Außenstehender in der letzten Woche auf dem Frankfurter Soziologenkongreß ein Bild machen wollen von den wissenschaftlichen Mitteln und den Erkenntniszielen der Soziologie, er wäre ziemlich ratlos wieder nach Hause gegangen.

Der Knabe und der Mann

Mit Schiele hat sich die Nachwelt blamiert“, schrieb Ernst Stein vor vierzehn Tagen in der ZEIT, als er Siegfried Freibergs Schiele-Roman „Ihr werdet sehen .

Ich habe meine Nachwelt überlebt

„Eine der Schwierigkeiten, die Fähigkeiten der praktischen Ärzte jener Zeit richtig einzuschätzen, ist die Tatsache, daß Berichte von Patienten, die sich in Behandlung begaben, nahezu völlig fehlen.

Plädoyer für Pornographie

Zugunsten eines unsympathischen und verachteten Tatbestandes möchte ich etwas sagen: zugunsten der ganz gewöhnlichen Pornographie.

FILMTIPS

„Die Stunde des Wolfs“, von Ingmar Bergman. „Liebelei“ und „Lola Montez“, von Max Ophüls. „Ein Liebesfall“, von Dusan Makavejev.

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