Präziser als jetzt ein Moskauer Sprecher vor der Presse vermochte es bisher auch Washington nicht der Bundesregierung die Gewißheit zu geben: Die Unterschrift unter den Atomsperrvertrag wäre überhaupt kein Hindernis für eine weitere deutsche Mitwirkung in der Nuklearen Planungsgruppe der NATO. Bonn war diese Interpretation bisher nur auf dem Umweg über Amerika bekannt. Die öffentliche, wenn auch späte Bekanntgabe in Moskau deutet nicht nur auf das unverändert große Interesse an der deutschen Unterschrift hin. Die Äußerung – sie war die Antwort auf einen DDR-Journalisten – könnte auch ein erstes Anzeichen dafür sein, daß die Sowjets nach Bonns Beitritt zum Sperrvertrag ihre Forderung nach dem deutschen Atomverzicht als erfüllt ansehen und ihre Kampagne einstellen.

B.