Die Jahresversammlung 1968 des Deutschen PEN-Zentrums der Bundesrepublik nimmt zu zwei Forderungen der deutschen Studenten Stellung:

1. Bund und Länder sollten unverzüglich die zahlreichen Pläne und Gesetze zur Bildungsreform überprüfen, koordinieren und den Parlamenten ein insgesamt verabschiedungsreifes Gesetzeswerk vorlegen, das diejenigen Forderungen der Studenten erfüllt, die berechtigt sind.

2. Das deutsche PEN-Zentrum machte bereits vor Jahresfrist dem Kulturpolitischen Ausschuß des Bundestages Vorschläge zur Eingrenzung marktbeherrschender Konzentrationsbewegungen in der deutschen Presse und zur Wahrung der redaktionellen Autonomie. Das PEN-Zentrum erwartet nunmehr die Ausarbeitung und Verabschiedung geeigneter Gesetze. Hierbei können die vorliegenden Untersuchungen und Empfehlungen der Fachkommissionen als Grundlage dienen.

Der PEN sähe in beiden Gesetzeswerken dringende Maßnahmen zur Sicherung eines freien und produktiven geistigen Lebens in Deutschland. Die versammelten Mitglieder des Zentrums sind – getreu den Grundsätzen ihrer Charta – einig in der Verurteilung des Hasses und der Gewalttätigkeit jeder Seite und bekennen sich zur Verfassungsgemeinschaft der Bürger der Bundesrepublik.