Wirtschaft

Neonazis im Vormarsch

Insgesamt verfügt die neue Nazipartei gegenwärtig über 49 Mandate in sechs westdeutschen Landtagen Die Mitgliederzahl dieser offen neonazistischen Partei stieg von 1200 im Februar 1965 auf über 36 000 im Februar 1968.

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DIE ZEIT

Kraftakt

Seit dem Sechs-Tage-Krieg ist den Israelis zu Recht nachgesagt worden, ihre Politik in den eroberten Gebieten sei human. Sie führen sich nicht wie Besatzer auf.

Das Debakel von Stuttgart

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg war für die Große Koalition ein Denkzettel, für die Sozialdemokraten aber ein Scherbengericht.

Lieber keine Lex Lübke

Der Bundespräsident ist offenbar bereit, seine Amtszeit vorzeitig zu beenden – statt im Herbst 1969 will er schon Ende dieses Jahres zurücktreten.

Senkrechtstart im Schwäbischen

Er ist kein Mann, der auf den ersten Blick überwältigt. Die Faszination entsteht erst in der Rede, im Gespräch. Und es ist nicht nur sein Talent zur brillanten Formulierung, das besticht.

ZEITSPIEGEL

Zu seinem 70. Geburtstag wurde Dr. Robert Strobel, Bonner Korrespondent der ZEIT, mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Eine Alternative: halb-radikale Mitte

Kein Bild-Student und kein Bild von einem Studenten, ohne Backenbart und ohne Rollkragen: Klaus W. Laepple. Eher ist er der Typ des Berufsstudenten, mit einem Bein bereits im Universitäts-Establishment, mehr Manager als Kommilitone.

Absage an die Gewalt

Die von den Studenten verlangte Diskussion mit Bonner Politikern ist im Gange. Die Studenten werden dabei vom VDS, dem Verband Deutscher Studentenschaften, vertreten, dem von den 105 Allgemeinen Studentenausschüssen 98 angehören.

Fehlanzeige

Die Massenfestnahme von fast 300 Demonstranten am Ostersonnabend in einer Seitenstraße des Kurfürstendamms scheint sich als Bummerang für die Polizei auszuwirken.

Leichtfertig

Der Frankfurter Amtsgerichtsrat Pulch, Sprecher des Deutschen Richterbundes, wandte sich öffentlich gegen eine Äußerung des Bundeskanzlers im Fernsehen, die Kiesinger nachweislich nicht gemacht hat.

Bonner Wahlkater

Nicht einmal bei der FDP, die von den drei im Bundestag vertretenen Parteien bei der Wahl in Baden-Württemberg relativ am besten abgeschnitten hat, herrscht nach den Landtagswahlen im Südwesten eitel Freude.

Stopp am Kontrollpunkt

Am vergangenen Wochenende machte Westberlin nach langer Zeit wieder Schlagzeilen, die nicht von innerer Unruhe berichteten, sondern die Bedrohung der Insel von außen beschworen.

Waffen für den Imam?

Seit Jahresbeginn ist Sanaa, die Metropole des südarabischen Bürgerkriegslandes Jemen, Frontstadt. Von Taiz, der großen Stadt im Süden des Landes, kann man es nur noch im Flugzeug erreichen.

Sucht nach Garantie

Die New Yorker Generaldebatte über den Atomsperrvertrag bietet das ungewöhnliche Bild völlig verkehrter Fronten. Wie Wellenbrecher müssen sich die beiden Atomweltmächte der Flut von Änderungsanträgen aus allen Himmelsrichtungen entgegenstemmen.

Konkurrenz für Kennedy

Der 56 Jahre alte Politiker aus dem Mittelwesten, der sich erst vom Apotheker zum Bürgermeister emporschwang, dann seinen Staat Minnesota sechzehn Jahre im Senat zu Washington vertrat und jetzt vier Jahre Lyndon Johnson als Vizepräsident diente, war 1960 im ersten Anlauf auf das Weiße Haus gegen John F.

Wolf gang Ebert:: Südkontakte

Im Strudel der jüngsten Ereignisse drohen gewisse Kontakte in Vergessenheit zu geraten, die den erfreulichen Schluß zulassen, daß die Bonner Koalitionspartner durchaus zu Gesprächen mit der äußersten Linken bereit sind – wenn auch vorerst lieber mit der italienischen.

Proteste und Polizei

Nach Artikel 8 des Grundgesetzes haben alle Deutschen das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.

Kühler Gipfel

Ohne ideologischen Paukenschlag, mit einer ganz auf piano gestimmten Harmonie, in der die Molltöne nicht zu überhören sind, endete die zweite Probe einer Darbietung, für die es noch immer keine endgültige Liste der Mitwirkenden und auch kein einheitliches Textbuch gibt: die große kommunistische Weltkonferenz in Moskau.

Wahl-Schlappe der SPD

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Sozialdemokraten eine schwere Niederlage einstecken müssen – die schwerste seit Bildung der Großen Koalition in Stuttgart und Bonn vor 16 Monaten.

Friedensfühler in Nigeria

Die Hoffnungen auf Frieden in Nigeria haben sich am Wochenende befestigt – zehn Monate nach Ausbruch des Krieges zwischen der Zentralregierung in Lagos unter General Gowon und der am 30.

Namen der Woche

Christian Cabrol, Chirurg am Pariser Krankenhaus „La Pitie“, gelang mit einem zehnköpfigen Ärzteteam die erste Herzverpflanzung Europas an dem Lkw-Fahrer Clovis Roblain (66), der nach 51,5 Stunden starb.

Ceausescu rechnete ab

Der Liberalisierungsprozeß im Ostblock bildet immer neue Metastasen. In einer programmatischen Rede forderte der rumänische Staatspräsident und KP-Chef Nicolae Ceausescu am vorigen Sonntag in Bukarest freie Diskussion innerhalb der Partei und Schutz des Bürgers vor der Geheimpolizei.

Vietnam: Toter Punkt erreicht

Gerüchte, die von Paris als Ort für erste offizielle Kontakte zwischen Vertretern der USA und Nordvietnam sprachen, haben sich bis zum Wochenanfang nicht bestätigt.

Von ZEIT zu ZEIT

Die Landtagswahlen in Baden-Württem- berg brachten der SPD erhebliche Verluste und der NPD beträchtliche Gewinne. Der Bundestag debattierte in einer Sondersitzung die durch die Aktivitäten der außenparlamentarischen Opposition hervorgerufene Lage.

Dubcek forderte Extra-Parteitag

Der tschechoslowakische KP-Führer Dubček hat sich am Freitag voriger Woche auf die Seite der radikalen Reformer gestellt und die möglichst baldige Einberufung eines außerordentlichen Parteitages der KPC gefordert.

KP-Konferenz gesichert

In Budapest haben sich am Wochenanfang die Vertreter von 54 kommunistischen Parteien geeinigt, für den 25. November eine internationale KP-Konferenz nach Moskau einzuberufen.

Neuer Streit um Jerusalem

Zum zweitenmal in knapp neun Monaten hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen versucht, Israel an der Ausübung eines Siegerrechts in Jerusalem zu hindern: Er forderte Israel am vorigen Wochenende auf, eine in beiden Teilen Jerusalems anberaumte Militärparade abzublasen.

Eine deutsche Krankheit

Es war nicht nur ein kalkuliertes Geschäft, für Verleger – es war auch die Notwendigkeit zur politischen Aufklärung, daß sich eine Vielzahl von Autoren nach den Anfangserfolgen der Nationaldemokraten alsbald und mit Eifer – manche auch im Zorn – dieser neuen Rechtspartei zuwandten.

Habsburg für jedermann

Es sind heuer fünfzig Jahre seit dem Untergang der habsburgischen Doppelmonarchie. Die zu solchen Jubiläen übliche historiographische Explosion konnte nicht ausbleiben.

Zum 150. Geburtstag des ersten Marxisten:: Was Marx wirklich sagte...

Eine Marx-Renaissance ist angebrochen. Vor zehn Jahren noch stand die Beschäftigung mit Marx und den Folgen hierzulande fast ausschließlich unter dem Vorzeichen des „Kalten Krieges“; es ging in erster Linie darum, sich gegen den im Osten zur imperialen Stifterfigur avancierten Trierer Bürgersohn ideologisch zu wappnen.

Strafmildernde Grußkarten

Frank Arnau, der alte Recke, ist auf seinem liebsten Schlachtfeld, dem Kriminalwesen, wieder mit einem Buch zum Kampfe angetreten.

Wertloses Symbol deutscher Macht

Arthur J. Marder: „Front the Dreadnought to Scapa Flow.“ Vol. I: The Road to War 1904–1914, £ 2.2. Od.; Vol. II: The War Years to the Eve of Jutland 1914–1916, £ 2.

Versenkt, zerbombt, verschrottet

Daß der „KFK 543“ als Minensucher „M 3883“ und dann als U-Bootjäger „UJ 307“ vor großdeutschen Küsten herumtuckerte und am 5.

Blumen für den Giganten

In den Augen der Gelsenkirchener Obrigkeit ist diese Geschichte keine Geschichte. Selbst wenn die 36 regierenden Sozialdemokraten (gegen 19 Ratsherren von der CDU) sich bemühen, beide Augen offen zu halten, können sie daran nichts Bemerkenswertes, geschweige denn etwas Ehrenrühriges erkennen.

„Ich als Arbeiterkind ...“

Drei Männer, uniformiert wie Straßenbahnschaffner, bewachten die Einfahrt, händigten weiße Zettel aus, auf die Name, Begründung und Zweck des Betretens des Geländes eingetragen wurden, dann öffnete sich die weiß-rot lackierte Schranke.

Ein Eremit trotzt Olympia

Die Baumaschinen auf Münchens Oberwiesenfeld, dem künftigen Olympia-Schauplatz, bedrohten einen Sonderling, und München rang die Hände.

Recht in unserer Zeit: Die Verfolgung der Zeugen Jehovas

Der Angeklagte, wie seine Eltern Zeuge Jehovas, ist anerkannter Kriegsdienstverweigerer. Als „Sonderpionier“ und „Vollzeitprediger“ der Glaubensgemeinschaft widmete er sich ausschließlich deren seelsorgerischen und missionarischen Zielen.

Rekorde der Kunst

Es ist kein Paradox, Haß die Rekordpreise auf dem Kunstmarkt der letzten Jahre ein Beweis, ja einer der Gründe für den Verfall des Kunstsinns sind.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Barockmusik war nur äußerst selten für eine ganz bestimmte Besetzung komponiert; ob eine Sonate oder ein Concerto grosso ursprünglich für Flöte, Violine oder Oboe besetzt war, ist heute außerordentlich schwer zu rekonstruieren, praktiziert wurden alle Variationen.

Das documenta-Ding

Obendrauf wird ein rotes Blinklicht montiert werden, damit die Flugzeuge nicht dranstoßen, Kunst und Verkehrsmittel nicht unsanft aneinandergeraten, und unten werden im hessischen Erdreich verankerte Stahltrossen dafür sorgen, daß sich das mit Helium gefüllte Ausstellungsobjekt nicht frühzeitig vom Schauplatz entfernt.

Fernsehen: Von Zimmern und Treppen

Franz Peter Wirth inszenierte die "Schmutzigen Hände" – und erlag der Versuchung. Die geschlossene Welt wurde zerstört; das strenge Lehrstück, das sich hinter bewachten und verriegelten Türen abspielt, verlor durch den Ausblick auf Nebenräume, Gänge und Straßen an Konsequenz und Eindringlichkeit.

Belcanto aus Rußland

Opern, die versunken, doch noch nicht ganz vergessen sind, reizen zu Versuchen, sie wieder auszugraben und mit ihnen vielleicht das Repertoire zu beleben.

Der Meister des German Dance

Bel Harald Kreutzberg, dem größten deutschen Tänzer unseres Jahrhunderts, kann man alles aus seinem Ursprung erklären, aus seinem Erbe, seinem Anfang, seinen Vorbildern – bis auf sein Genie, bis auf die Fähigkeit der Synthese, die unglaubliche Gabe, einen Reim zu finden auch auf das Widersprüchliche.

Keine Experimente

Die diesjährige Theater-experimenta findet nicht statt. Wie immer, wenn ein hoffnungsvolles Projekt bald nach seiner Geburt zweiter Klasse beerdigt wird, will niemand schuld gewesen sein und ist (daher) niemand ganz unschuldig.

Aus dem Leben eines Studienreferendars

Die Referendarzeit beginnt gewöhnlich mit einem Schock. Da flattert einem, normalerweise ein paar Wochen nach dem Staatsexamen, ein Brief des Kultusministeriums ins Haus, den so mancher nur nach tiefem Durchatmen öffnet.

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