Ein Hindernis für den Tourismus in der DDR ist – neben der politischen Intransigenz einiger führender Funktionäre – die geringe Hotel- und Bettenkapazität: Im Durchschnitt kommen in der DDR auf 1000 Einwohner 2,3 Betten. Ein Teil der Großstädte verfügt gegenwärtig über weniger als drei Betten auf 1000 Einwohner. Hinzu kommt die Überalterung der sanitären Einrichtungen, das unrationelle Heizungssystem, nicht ausreichende Voraussetzungen für die gastronomische Versorgung und die zahlenmäßige Unterbesetzung des Beherbungsnetzes.

Dies soll nun anders werden. Zur Entlastung der Großhotels der „Interhotel“-Kette sollen Motels und Bungalowdörfer errichtet werden, die wirtschaftlich rationeller arbeiten. Bisher gibt es ein einziges Motel in der DDR: in Dresden. Es hat 88 Zimmer für 232 Gäste und Parkmöglichkeiten für 90 Wagen. In Kürze soll in Berlin-Grünau ein zweites Motel entstehen. Bis 1970 werden zwölf neue Großhotels mit insgesamt 7500 Betten gebaut. Danach sollen Hotels mit weiteren 30 000 Betten errichtet werden, außerdem Gewerkschaftsheime mit 10 000 Betten. W. P.