Wirtschaft

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DIE ZEIT

Ziesels Spuk

Eines der erklärten Ziele der Deutschland-Stiftung e. V. ist die Förderung eines besseren Staatsbewußtseins. Diesem Ziel hat die Stiftung jetzt in der Tat gedient – freilich wider Willen.

Punktsieg

Ostberlin hat letzte Woche eine diplomatische Niederlage einstecken müssen, Bonn indes keinen ungetrübten Sieg genießen dürfen.

Umkämpfter Notstand

Es war fast wie damals, als die Sozialdemokraten über den Eintritt in die Große Koalition berieten. Hinter den verschlossenen Türen des Fraktionssaals ging die Diskussion Stunden um Stunden.

Pariser Fassade

Man kann die Menschen einteilen in Teetrinker und Kaffeetrinker, in Frühaufsteher und Langschläfer, aber auch in solche, die entweder die Ordnung oder die Freiheit bevorzugen.

Geteilter Sieg oder halber Frieden?

Verhandeln heißt noch nicht Frieden schließen. So sehr die Welt aufatmen kann, weil Amerikaner und Nordvietnamesen endlich an einem Tisch sitzen, so töricht wäre es, von der Pariser Konferenz eine rasche und reinliche Beendigung des Vietnamkonflikts zu erwarten.

Urteils-Pause

Mach mal Pause – deutsche Richter rufen zur Demonstration. Mit dem Gongschlag elf am Mittwochvormittag hängte ein großer Teil der deutschen Richterschaft seine Roben an den Haken.

Der Motor war Daniel Cohn-Bendit

Es hatte mit einer Szene am Schwimmbecken begonnen. Das Bassin war als kleines Trostgeschenk des französischen Staates für die Studenten der Pariser Vorort-Universität Nanterre gedacht.

Das Notstands-Happening in Bonn

Bonn beherbergte für einen Tag Besucher von einem anderen Stern – Besucher, vor deren Gefährlichkeit die Junge Union die Bürger in einem Flugblatt mit bewegten Worten gewarnt hatte: „Agitation, Provokation und Revolution sind ihr Programm .

ZEITSPIEGEL

„Ihr sechzigster Erinnerungstag fällt in eine Zeit, die in der deutschen Geschichte später wohl einmal erbärmlich genannt werden wird.

Im Strom der Geschichte

Mag es bisher auch zweifelhaft gewesen sein, jetzt, nach den Moskauer Kontroversen mit Prag weiß man es genau: Es gibt im Politbüro – also im höchsten politischen Führungsgremium der Sowjetunion – zwei Meinungen und nicht nur eine.

Umjubelt, doch mit Skepsis

General de Gaulle salutierte vor geschlossener Tür. Nachdem er am Dienstag durch das Spalier von Hunderttausenden jubelnder Rumänen in Bukarest eingefahren war, legte er seinen Kranz am monumentalen Denkmal für die „Helden des Kampfes für Freiheit, Vaterland und Sozialismus“ nieder.

Wolf gang Ebert:: Unser Nationalsport

Was dem Engländer das Cricket, was dem Italiener der Vogelfang, das ist uns Deutschen die Sündenbockjagd. Es handelt sich da um einen altgermanischen Kampfsport, der wahrscheinlich schon 58 v.

Bonn wünscht höhere Atomschwelle

Es solll der 50 000 amerikanischen, britischen und französischen Soldaten, die in diesem Jahr aus der Bundesrepublik abgezogen werden, hat Deutschland schon verlassen.

Mißglückter Königsmord

Ein deutscher Besucher, gerade recht gekommen zu Labours katastrophaler Niederlage in den Kommunalwahlen und zum Angriff des „Mirror“-Verlegers Cecil King auf Premierminister Wilson, sagte voll Erstaunen, er könne sich nicht vorstellen, daß Axel Springer in der Bild- Zeitung schreibe, der Bundeskanzler müsse zurücktreten.

Entscheidung gegen Springer

Auch als das Springer-Haus seinen Antrag beträchtlich einschränkte und das Verbot nur noch auf die Berichterstattung der Osterereignisse ausgesprochen wissen wollte, machte die Pressekammer des Hamburger Landgerichts nicht mit.

Bittere Bilanz

Sieg ohne Frieden – das ist die Bilanz, die Israel fast ein Jahr nach seinem Triumph im dritten Krieg gegen die Araber ziehen muß.

Nur Mini-Finanzreform

Die Regierungsvorlage über die Finanzreform, die dem Bundestag in der vorigen Woche zur ersten Lesung vorlag, ist ein mühsam ausgehandelter Kompromiß zwischen Bund und Ländern.

Um das Wohl des roten Löwen

Der Dompteur ernährt den Löwen, denn ließe er ihn verhungern, würde er selbst brotlos. Auf diese polemische Formel brachte dieser Tage – auf dem Höhepunkt des italienischen Parlamentswahlkampfes – der liberale Publizist und Parlamentsabgeordnete Luigi Barzini das Verhältnis zwischen Democrazia Cristiana und kommunistischer Partei in Italien.

Pilger der Armut

Eine erfreuliche Statistik konnte das amerikanische Arbeitsministerium in diesen Tagen veröffentlichen: Die Arbeitslosigkeit in den USA ist mit 3,5 Prozent der Berufsfähigen auf dem tiefsten Stand seit fünfzehn Jahren angelangt.

Magnet EWG

In wenigen Tagen wird das Inventar der jugoslawischen Botschaft aus einem bescheidenen Mietshaus Brüssels in eine etwas imposantere Residenz befördert werden: Jugoslawien ist das erste kommunistische Land, das bei den europäischen Gemeinschaften durch einen Botschafter vertreten sein wird.

Der rote Raketen-Stratege

Nach einer schweren Krankheit ist am 10. Mai der sowjetische Marschall Sokolowski gestorben. Er war vor acht Jahren aus dem aktiven Dienst ausgeschieden – Chruschtschow hatte ihn geschaßt.

Prügelknaben der Nation?

Für die Parole „Landgraf, werde hart!“ ist er nicht ansprechbar. Werner Kuhlmann, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Präsident der Internationalen Polizeigewerkschaft und SPD-Abgeordneter im Düsseldorfer Landtag, ist ein Baudissin-Bruder: bemüht, aus Deutschlands Polizisten „Bürger in Uniform“ zu machen.

Goldene Brücke für Ostberlin

Eine Reihe von Staaten Osteuropas und des Nahen Ostens hatte vor der Vollversammlung der WHO die Aufnahme der DDR in die UN-Unterorganisation gefordert.

Namen der Woche

Ralph David Abernathy (41), Pastor und Nachfolger des ermordeten Negerführers Martin LutherKing, tat den ersten Hammerschlag für das Lager, in dem die Teilnehmer am „Marsch der Armen“ in Washington hausen sollen.

Von ZEIT zu ZEIT

Ohne Behinderung durch den Generalstreik und in entspannter Atmosphäre begannen am Wochenanfang in Paris mit Grundsatzerklärungen der Delegationen die offiziellen Gespräche zwischen den USA und Nordvietnam.

Wilsons Waterloo

Bei den britischen Kommunalwahlen hat die regierende Labour-Partei vorige Woche eine vernichtende Niederlage erlitten. Nach 30 Jahren ging ihre Herrschaft in 29 der 32 größten Städte Englands und Wales’ zu Ende.

Berliner Paradox

An den beiden Berliner Universitäten, der Freien und der Technischen, wurden in der vorigen Woche die Kulissen versetzt und die handelnden Personen ausgewechselt.

Akkord in London

Vertreter der nigerianischen Zentralregierung und der abgefallenenen Ostregion haben am Montag in London einen ersten Verhandlungserfolg erzielt Sie einigten sich auf eine „umfangreiche Tagesordnung“ für eine Friedenskonferenz.

Die Grenzen der Gewalt

Spätestens seit der bewußt als symbolisch verstandenen „Gewaltanwendung gegen Sachen“ nach dem Mordanschlag auf Dutschke ist das Phänomen „Gewalt“ zum hervorragenden Thema der taktischen Diskussion der Außerparlamentarischen Opposition geworden.

Die Utopie der Epigonen

Rudi Dutschke will immer zuerst und vor allem provozieren. Von der Provokation erhofft er sich die Einsicht der Provozierten in ihre Abhängigkeit und Unterdrückung.

Der schwierige Weg

Über das komplizierte Verhältnis zwischen Deutschen und Juden sind in den letzten Jahren viele Bücher veröffentlicht worden.

De Gaulle und die Juden

Wer den Sturm an Gedanken und Empfindungen ermessen will, den General de Gaulle mit einigen Sätzen entfachte, die in seiner Pressekonferenz vom November 1967 den Nahost-Problemen und dabei vor allem der Rolle Israels und im Zusammenhang damit „dem jüdischen Volk“ gewidmet waren, der sollte zu der Sammlung von Aufsätzen greifen, die Raymond Aron, der bekannte Soziologe der Sorbonne und Leitartikel des „Figaro“, jetzt in Buchform vorlegt.

Kleinliche Bürokratie

Der baden-württembergische Kultusminister, Professor Wilhelm Hahn, ist dabei, sein Gesicht zu verlieren, zumindest sein Lehrer-Gesicht.

Das Oberammergauer Zauberspiel

Es begab sich zu der Zeit, da das Spiel vom Leiden und Sterben des Herrn in dem 5000 Seelen zählenden Dorf Oberammergau das letztemal aufgeführt ward.

Nutzloser Versuch

Die Jungdemokraten mußten die Nationaldemokraten besänftigen. Der Frankfurter Kreis-Jugendreferent der NPD empörte sich: nachdem die neofaschistische NPD nun auch in Baden-Württemberg im Landtag vertreten ist“.

Weltumsegler spann kein Seemannsgarn

Als die erste Meldung von Helgoland kam, stand darin: Wilfried Erdmann gehöre dem Seglerverein Büchen an. Doch einen Seglerverein Buchen gibt es nicht.

Auf verlorenem Posten

Der Bürgermeister ließ die Fernsehjournalisten von „Monitor“ ins Dorf und soll nun gehen. Das Dorf heißt Verrenberg und die, die es bewohnen, lieben Blumen und die NPD.

Staatsgefährdend

Für Informationen aus erster Hand aus dem anderen Teil Deutschlands sind Pädagogikstudenten nach Meinung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums offenbar nicht reif genug.

Glück auf, Glück ab

Das Wort „Ruhrfestspiele“ ist ein Prachtbeispiel jener rhetorischen Figur, die Philologen als Oxymoron abgelegt haben; es könnte glatt das ewige Musterbeispiel von der „bitteren Süße“ ablösen.

Ein Römer voller Avantgarde

Seit dem 10. Mai (und bis zum 5. Juni) sind die würdigen Ausstellungshallen des Frankfurter „Römer“ vollgestellt mit Büchern, Zeitschriften, Objektgedichten, Flugblättern, Mappen, Rollen: Druckerzeugnissen, die in kleinen Werkstätten erschienen und im „normalen“ Buchhandel so gut wie nie zu finden sind.

Kortner-Sturm

Das ist die kurzweiligste aller „Sturm“-Aufführungen, obwohl die Vorstellung dreieinhalb Stunden dauert. Fritz Kortner hat unter dem Symbolspiel von Shakespeares „altersweisem“ Schwanengesang die Komödie hervorgezogen und ein Zaubermärchen inszeniert.

Fernsehen: Puttkamer und Stoltenberg

Auf dem Bildschirm konnte man’s sehen: Das Haus war schlecht besucht, es wurde geplaudert und mit der Zeitung geraschelt; Kultur scheint nicht geeignet zu sein, die Hinterbänkler in Rage zu bringen.

Huber nie?

Minister Huber habe in einer brillanten Rede genau die neuralgischen Punkte der Hochschulreform berührt und Treffendes, wenn auch Korrekturbedürftiges, darüber gesagt.

ZEITMOSAIK

Wir haben keinen anderen Weg, von einem komplizierten Nebeneinander Kenntnis zu geben, als durch das Nacheinander der Beschreibung, und darum sündigen alle unsere Darstellungen zunächst durch einseitige Vereinfachung, und warten darauf, ergänzt, überbaut und dabei berichtigt zu werden.

Kunstkalender

Wolfgang Ketterer will die Tradition weiterführen, die sein Bruder Roman Norbert Ketterer mit den Stuttgarter Auktionen spektakulär begonnen hatte.

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