Wirtschaft

Schokoladenmarkt: Mr. Cadburys Rückzug

"ichael Cadbury eröffnete dem ver blufften Verwaltimgsrat der Cadbury Fry GmbH, Bremen, mit dürren Worten, daß sie ihr Werk in den nächsten Monaten schließen müßten. Cadbury kaufte sich 1960 in Bremen ein.

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DIE ZEIT

Die Ablösung

Am 1. Juli wird Dr. Marion Gräfin Dönhoff die Chefredaktion der ZEIT übernehmen. Der bisherige Chefredakteur Josef Müller-Marein gibt sein Amt auf, nicht aber seine Mitarbeit an dem Blatt, dem er, wie seine Nachfolgerin, seit der Gründung im Jahre 1946 angehört.

Alpträume der SPD

Die Sage berichtet von dem orakelgläubigen lydischen König Krösus. Ihm war geweissagt worden, wenn er den Grenzfluß Halys überschreite, werde er ein großes Reich zerstören.

Abkehr von der Außenpolitik

Die Schwaden von Rauch und Tränengas im Quartier Latin haben bisher zwei zentrale Tatsachen der jüngsten französischen Revolution verschleiert.

ZEITSPIEGEL

„Viele sonnen sich hier im Saal im satten Gefühl, sie seien Anhänger des Godesberger Programms und hätten mit dieser Bibel unter dem Kopfkissen ihres Dämmerschlafs nunmehr durchaus das Recht, alle Probleme als gelöst anzusehen.

Sozialismus und Demokratie

In der vergangenen Woche hat das SED-Regime zu neuer Kritik an der Demokratisierung in der ČSSR angesetzt. Wir veröffentlichen heute eine abweichende Stellungnahme aus Ostberlin – die des freisinnigen Kommunisten Robert Havemann, den die SED wegen seiner unbequemen Ansichten um Amt und Würden brachte.

Die Romantik der Revolution

Es ist vermessen, nüchtern berichten zu wollen, wenn man selber an der Tragödie teilnimmt, als Bürger eines Landes, das zugleich lahmgelegt und in voller Gärung ist.

Die Phantasie an die Macht

Wenngleich uns scheint, daß die Rolle, die gegenwärtig der deutsch-französische Studentenrebell Daniel Cohn-Bendit spielt, ihm vornehmlich dank seines demagogischen Temperaments und seines Urtalentes zur Provokation zugefallen ist, bleibt doch wahr, daß er so schnell nicht aufhört, Symbolfigur der Unruhen zu sein, die Frankreich erschüttern.

Die auf das Volk vertrauten

Seinen letzten Triumphzug bereitete ihm ein kommunistisches Regime: die Sozialistische Republik Rumänien. Als General de Gaulle seinen Staatsbesuch in Bukarest hastig beendet hatte und auf dem Pariser Flughafen wieder hatte seinen Ministern stand, war seine erste Bemerkung zur Lage so lakonisch und selbstsicher wie immer: „Wir werden dieser Krise mit den gewonnen Mitteln Herr werden.

Boykott aus Düsseldorf

Das zarte Gewebe der deutsch-israelischen Beziehungen ist an einer empfindlichen Stelle zerrissen worden. Zwei große Düsseldorfer Stahlfirmen, Thyssen und Mannesmann, haben sich dem anti-israelischen Boykottbeschluß der Arabischen Liga zugesellt.

Wolfgang Ebert:: Reform in Antipolien

Sekretär: Nachdem sie ihre Suppe aufgegessen hatten, erklärten sie sich mit den dreien solidarisch und zogen dann zu den Arbeitern der Basentu-Werke, um mit ihnen über die „Totalisierung der Irrationalität in der Produktion der Destruktivkräfte“ zu diskutieren.

Doch ein neues Wahlrecht?

Seit den Wahlen in Baden-Württemberg sind manche Sozialdemokraten, die bisher erklärte Feinde einer Wahlrechtsreform waren, in ihrem Urteil schwankend geworden.

Reichsbanner

Es war ein Treffen der Veteranen – die erste Bundeskonferenz des „wieder aufgelebten“ Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold in Frankfurt mit Vorstandswahl und Satzungsabstimmung.

Notstand – letzter Akt

Glaubt man den Thesen mancher Notstandsgegner, so bricht in dieser Woche, mit der Verabschiedung der Gesetze, der Notstand in der Bundesrepublik aus.

Treibjagd in Berlin

Klaus Schütz erklärte auf dem 25. Landesparteitag der Berliner Sozialdemokraten: die Partei stehe links. Das Protokoll wird an dieser Stelle in Klammern "Heiterkeit" vermerken.

Schlechtes Beispiel

Ein beamteter Staatssekretär ist oberster administrativer Gehilfe seines Ministers und dessen Stellvertreter im Ministerium.

Römische Nöte

Wie in anderen Ländern Europas, so scheint auch in Italien eine Radikalisierung der politischen Auseinandersetzung zu drohen.

SPD-Renaissance aus dem Ruhrrevier?

Heinz Kühn ist Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, dem immer noch wirtschaftlich stärksten Bundesland, Chef einer von einer Kleinen SPD/FDP-Koalition gestützten Landesregierung; Vorsitzender des rheinischwestfälischen Landesverbandes, der ein Drittel aller SPD-Mitglieder stellt; auf dem Nürnberger Parteitag wurde er mit nur einer Stimme Abstand gegenüber Karl Schiller mit der höchsten Stimmenzahl in den Parteivorstand gewählt.

Warten auf Dollinger

Vor einem Jahr forderte das Ostberliner Ministerium für das Post- und Fernmeldewesen von Bonn Kostenersatz für Leistungen der DDR im innerdeutschen Post- und Fernmeldeverkehr seit 1948.

„Die Pressefreiheit ist bedroht“

Die „Kommission zur Untersuchung der Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz von Presseunternehmen und der Folgen der Konzentration für die Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik“ hat ihre Arbeit in der vorigen Woche abgeschlossen.

Italien: Mitte verlor links

Was Wehners Sozialdemokraten in Baden-Württemberg erlitten haben, blieb Nennis Sozialisten in Italien nicht erspart: Bei den Parlamentswahlen mußten sie die Zeche für die Große Koalition bezahlen, die sie 1962 als Oppositionspartei mit den Christlich-Demokraten, Sozialdemokraten und Republikanern eingegangen waren.

Vietnam: Kriegsgeschrei

In Paris und Hanoi sprach man am Wochenende bereits vom Abbruch der Vietnam-Verhandlungen. Delegationschef Xuan Thuy wiederholte die Forderung nach bedingungsloser Einstellung der amerikanischen Bombenangriffe und aller übrigen Kriegshandlungen gegen Nordvietnam.

Namen der Woche

Rap Brown (24), Exponent der amerikanischen „Black-Power“-Bewegung, wurde in New Orleans wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu fünf Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 8000 Mark verurteilt.

Widerstand gegen Notstand

Die drei Westmächte haben am Montag grünes Licht für die Verabschiedung der Notstandsgesetze gegeben. Ihre Bonner Botschafter überreichten Bundesaußenminister Brandt eine Verbalnote, in der die Alliierten auf die Vorbehaltsrechte aus dem Deutschlandvertrag zum Schutz ihrer in der Bundesrepublik stationierten Streitkräfte verzichten.

Brandt wollte zurücktreten

„Wir stehen doch wohl auch noch links.“ Diesen Satz durfte der Charlottenburger Stadtrat Harry Ristock auf dem Landesparteitag der Berliner SPD am vorigen Wochenende nicht aussprechen.

Kraftproben in Prag

Ist der Versuch des sowjetischen Ministerpräsidenten, das Tempo der Prager Reformer an Ort und Stelle abzubremsen, gescheitert? Kossygin reiste am Sonnabend voriger Woche – vier Tage früher als ursprünglich vorgesehen – eilig nach Moskau zurück.

Von ZEIT zu ZEIT

Mit Kundgebungen, Briefen, – Anrufen und Telegrammen setzten die Notstandsgegner Bonn unter Druck. In einer Atmosphäre kritischer Spannung begann der Deutsche Bundestag die dritte Lesung der Notstandsgesetzgebung.

Nigeria: Friedenspalaver

Auf den Tag genau 51 Wochen nach der Sezession Biafras vom nigerianischen Mutterland trafen sich die Vertreter der beiden Kriegsparteien am Donnerstag voriger Woche in Kampala/Uganda zu Friedensgesprächen.

Kapitulation statt Kompromiß

Es fehlten bisher wissenschaftliche Darstellungen, in denen die Ereignisse um die deutsche Kapitulation systematisch und chronologisch detailliert untersucht werden.

Des Reiches letzte Tage

Marlis G. Steinert bemüht sich aus mehr als zwanzigjähriger Distanz um objektives, historisches Verständnis: „Für die Teilnahme an den Maßnahmen des Dritten Reiches gibt es keine Entschuldigung.

Merkwürdiger Reisebericht

Rechtzeitig zum Staatsbesuch des Präsidenten von Niger, Hamani Diori, in der Bundesrepublik erschien dieses bescheidene Büchlein über den sonst nur Experten bekannten westafrikanischen Staat, dessen größter Teil in der Sahara liegt.

Ein Amerikaner in Afrika

William Attwood: „The Reds and the Blacks. A personal adventure: two tours of duty in revolutionary Africa as Kennedy’s Ambassador to Guinea and Johnson’s to Kenya“; Hutchinson, London; 341 Seiten, 42 sh.

Der totale Prozeß

Seit Montag müssen Richter, Schöffen, Staatsanwälte, Angeklagte und Verteidiger im Contergan-Verfahren für mindestens zwei Jahre nach dem Gerichtskalender leben.

Ein Mann namens Eiffe

Eiffe ist lieb“, stand am Briefkasten. Wer das las, hielt es für eine Variante des alten „Uwe ist doof“. Nur wunderte sich, wer näher hinguckte, daß die Schrift nicht kindlich war.

Proteste – so und so

Vor sich das Rathaus, im Rücken den Dom, zur Rechten Bismarck in Stein, zur Linken das Parlamentsgebäude – in dieser Umgebung haben die Bremer Jungdemokraten Cornelius, 27 Jahre alt, Renate und Heiko, beide 20 Jahre alt, drei Tage und zwei Nächte lang aus Protest gegen die Notstandsgesetze gehungert.

„Mao lauert überall“

Ludwig-Maximilians-Universität, Hörsaal 201. Professor Karl Larenz schätzt die Situation richtig ein und sagt zu, er werde sich nach dem Abstimmungsergebnis richten: entweder Diskussion über die Notstandsgesetze oder reguläre Vorlesung über den Paragraphen 242, den Grundsatz von Treu und Glauben.

Das Spektakel von Forbach

Der Wirt hinter der Theke des „Café Restaurant Neue Mohr’sche Anlage“ in der Metzer Landstraße 137 in Saarbrücken, zweihundert Meter vom deutsch-französischen Grenzübergang „Goldene Bremm“ entfernt, stellte eifrig Belege aus.

Kritik am Endspiel

nalysiert man die Grammatik der Fachjournalisten, die vor und nach dem Europapokal-Endspiel des HSV gegen den AC Mailand in Rotterdam berichteten, so fällt sofort die Fülle der Konditional- und Konzessivsätze auf, die allein schon den objektiven Beobachter über den Ausgang dieses Spieles informieren können.

Turandot plus Vietnam

Nach Heinrich Kochs Umdeutung der bitteren Shakespeare-Komödie von Troilus und Cressida in ein aktuelles Pamphlet steuerten die Ruhrfestspiele mit ihrer zweiten Eigeninszenierung das löbliche Thema dieser Saison („Die Pest auf alle Kriege“) sicherlich stückgerechter an.

Kaspar in Bremen

Zum drittenmal hat sich Handkes „Kaspar“ auf der Bühne bewährt. Über die Inszenierungen in Frankfurt und Oberhausen berichteten wir vor zwei Wochen.

Fernseh-Sprachregelung

Genauso aber verhalten sich ZDF und ARD. Die Sendungen im Ersten und Zweiten Programm sollen so koordiniert werden, daß um die gleiche Zeit in beiden Programmen so ziemlich das gleiche stattfindet.

Wem verantwortlich?

Geradezu revolutionär nannte der Rektor der Universität Saarbrücken, Professor Maihofer, die neuesten Empfehlungen der Westdeutschen Rektorenkonferenz.

Sprachlosigkeit über die Oper

Theodor W. Adorno, vorgestellt als „bekannt durch viele grundlegende Schriften über dieses Problem“, hatte der alten Oper nur noch dieses auslaufende Jahrhundert gegeben, hatte sie als „durch und durch mit der bürgerlichen Gesellschaft verwachsen“ bezeichnet, ihr ein „affirmatives, die Welt harmonisierendes Element“ zugeschrieben und dann festgestellt, daß etwa seit dem Ersten Weltkrieg die Komponisten nicht mehr mitmachen, sich diesem „Zwang zur Bejahung“, einer Repräsentation von heiler Welt entziehen und etwas ganz anderes komponieren.

Museum auf Zeit

Wer in Düsseldorf das spätbarock pastellfarbene Jägerhof-Schlößchen und damit das Haus der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen betritt, der weiß zwar, daß er hier Kunst des 20.

Werden wir richtig informiert?

1. In der Habilitationsschrift von Habermas steht ein historischer Hinweis, auf mittelalterlichen Urkunden bedeute „publicare.

Pressefreiheit – aber wie?

Für die radikalen Studenten ist allerdings der Fall Springer vor allem ein Exempel; was sie meinen, ist das Privateigentum an Produktionsmitteln.

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