Bundeswirtschaftsminister Schiller ist fest entschlossen, die – längst fällige – Konsequenz aus der Einsicht und Erfahrung zu ziehen, daß die Nachteile der Preisbindung größer sind als ihre Vorteile. Es scheint, als ob ihm eine Mehrheit im Parlament sicher wäre, wenn es – im Rahmen der bevorstehenden Novellierung des Kartellgesetzes – um die Abschaffung dieses Privilegs geht, das mit unserer Wettbewerbsordnung nicht zu vereinbaren ist.

„Über 24 Millionen Verbraucher sind für feste Preise.“ Mit diesem Ergebnis einer Befragung, das in diesen Tagen in einer groß angelegten Anzeigenkampagne verkündet wird, versucht nun der Markenverband, die Bundesregierung und den Bundestag mit ihrem Gesetzesvorhaben ins Unrecht und unter Druck zu setzen. Es ist das gute Recht des Markenverbandes, als der Interessenvertretung der Markenartikelindustrie, sich gegen die geplante Abschaffung der Preisbindung zur Wehr zu setzen und dabei aus allen Rohren zu schießen – aber bitte nicht mit Dum(m)-Dum(m)-Geschossen. Als ob es bei der Preisbindung um feste Preise – im Unterschied zu von Geschäft zu Geschäft veränderlichen – ginge! Wieviel anders wäre die Antwort der Verbraucher auf die Frage nach festen aber hohen Preisen ausgefallen! Darauf läuft die Preisbindung nämlich erwiesenermaßen in der Regel hinaus!

Es steht zu hoffen, daß sich die Abgeordneten nicht für dumm verkaufen und von Antworten beeindrucken lassen, die auf einer irreführenden, weil interessengebundenen, Fragestellung beruhen. b.