Wer seinen Marktanteil halten oder erhöhen wollte, mußte ihn zum Teil mit hohen Einbußen erkaufen.“ Damit charakterisierte Josef Neckermann, persönlich haftender Gesellschafter der Neckermann Versand KGaA, Frankfurt/M., den Verlauf des Rezessionsjahres 1967. Obwohl die Muttergesellschaft der Unternehmensgruppe noch ein Umsatzplus von 8,2 Prozent gegen 1,2 Prozent des gesamten Einzelhandels erzielen konnte, ist die Umsatzrendite auf 1,0 (1,3) Prozent gefallen.

Im Warengeschäft hat sich die Kombination Kaufhaus und Versand als unerläßlich erwiesen. Die Rezession wirkte sich im Versand weniger aus als im stationären Geschäft. Hier wurden zwar um 9 Prozent höhere Umsätze erzielt, aber ausschließlich infolge der Neueröffnung zweier Warenhäuser und fünf neuer Verkaufsstellen. Der Preisverfall, namentlich bei technischen Verbrauchsgütern, und das Werben um junge Kunden mit modischen Artikeln zu Niedrigstpreisen führte zu erheblichen Werteinbußen. Höhere Verkaufskosten, vor allem im Versand (Porto und Verpackung), belasteten die billigeren Waren stärker.

Das Ergebnis unter dem Strich liegt ohne die Kosten der Kapitalaufstockung um 12 Prozent unter dem Vorjahr. Dabei ist zu berücksichtigen, daß den Rücklagen eine Million Mark weniger zugewiesen werden konnten und die Tochtergesellschaft 1,5 Millionen mehr zum Ergebnis beisteuerten. Die Dividende von 12 Prozent nach Streichung des Vorjahrsbonus bezieht sich auf das erhöhte Kapital. Der Abbau der Warenbestände und der Rückgang der kurzfristigen Bankschulden hat die Liquiditätslage wesentlich verbessert.

Im laufenden Jahr, für das nur relativ geringe Investitionen (ein kleines Kaufhaus) vorgesehen sind, werden keine übergroßen Umsatzzuwachsraten erwartet. pgk