Gerontologen diskutierten über ein aktuelles Problem

Von Erwin Lausch

Elf Prozent der westdeutschen Bevölkerung stellen 22 Prozent der Verkehrstoten. Derart überproportional von Autounfällen bedroht sind die Menschen ab 65.

Seit Anfang der fünfziger Jahre ist der Anteil der alten Leute an der Gesamtbevölkerung ständig gewachsen. Aber schneller stieg der Prozentsatz der Verkehrsopfer, die 65 Jahre oder älter waren. 1952 noch hatten neun Prozent der Westdeutschen ihren 65. Geburtstag hinter sich; 16 Prozent der Verkehrstoten gehörten zu dieser Altersgruppe. Inzwischen fallen bereits – siehe oben – doppelt so viele ältere Leute dem Verkehr zum Opfer, wie ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht.

1980 schließlich, so schätzen Demographen, werden wir 16 Prozent ältere Mitbürger unter uns haben. Wie hoch wird dann ihre Quote an den Unfalltoten sein? Wird sie „nur“ 32 Prozent betragen oder – wie es dem Trend entspricht – eher zu 40 Prozent tendieren?

Kein Zweifel: Mit dem Thema „Der alte Mensch und das moderne Verkehrswesen“ behandelte die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie, die Ende Mai ihren diesjährigen Kongreß in Nürnberg abhielt, ein hochaktuelles Problem.

Kongreßmitglied Professor René Schubert, Direktor der 2. Medizinischen Klinik München, machte in seinem einführenden Vortrag gleich klar: Es geht nicht nur darum, die alten Leute vor dem Verkehr zu schützen, mehr noch müssen sie vor sich selbst, vor falscher Selbsteinschätzung, bewahrt werden.