Wirtschaft

Karstadt: Rationalisiert

Der Kaufhaus Konzern Karstadt AG, der seinen Schwerpunkt neben Norddeutschland vor allem im Ruhrgebiet hat, spürte die wirtschaftliche Flaute des vergangenen Jahres deutlich.

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DIE ZEIT

Gnadenfrist

Bundesentwicklungsminister Wischnewski wird in diesem Sommer sein Regierungsamt abgeben und sich als sozialdemokratischer Bundesgeschäftsführer nur noch der Parteiarbeit widmen.

Das Attentat

Zum zweiten Male ist ein Kennedy das Opfer sinnloser Gewalt geworden. Den jüngeren Bruder des 1963 ermordeten Präsidenten trafen die Schüsse, als er gerade seinen kalifornischen Vorwahl-Sieg verkündet hatte.

Das Denkbare denken

Von Triumph war wenig zu spüren. Als Bundestagspräsident Gerstenmaier dem Parlament bekanntgab, die erforderliche Zweidrittelmehrheit für die Notstandsgesetze sei erreicht, gab es nur müden Beifall.

Kings Sturz

Seit der Kommerzialisierung der Presse macht es sich für einen Verleger nicht mehr bezahlt, jene Art von persönlicher Macht auszuüben, die Northcliffe, Rothermere und Beaverbrook seinerzeit besaßen.

Eine Schlacht und kein Sieger

Es gibt wieder Benzin in Paris, Pferderennen, Lose der Nationallotterie; die Streikbewegung bröckelt ab. Der Bürgerkrieg blieb aus, die Volksrepublik Frankreich wurde nicht ausgerufen.

Diplomat mit Gardemaß

Wie er selbst die hochgewachsenen Männer in seiner Umgebung mit seinem ungewöhnlichen Gardemaß noch um Haupteslänge überragt, so ragt er unter den Zeitgenossen gleichen Ranges durch eine seltene Doppel-Laufbahn als Politiker und als Diplomat heraus – Henry Cabot Lodge, der neue amerikanische Botschafter in Bonn.

ZEITSPIEGEL

Großbritannien kann von den gefährlichen Tendenzen, die jenseits des Ärmelkanals immer mehr zutage treten, nicht ausgenommen bleiben, indem es den Kanal breiter darstellt, als er tatsächlich ist.

,,Eine gehörige Tracht Prügel“

Die hochbetagte Marquise, von deren reizenden Gesellschaften schon Friedrich Sieburg mit ironischer Sympathie zu erzählen wußte, befahl am Nachmittag ihrem treuen Chauffeur: „Aux Barricades, Gaston!“ Sie war stets aufgeschlossen für alles Schöne, Neue, für alle Kräfte, die unsere nach ihrer Ansicht ermüdete Welt vorantrieben.

Angst der Partei

Man wird eines Tages ergründen müssen, wieviel wirkliches revolutionäres Explosionsgemisch zu den Maiunruhen in Frankreich geführt hat und wieviel Massenhysterie daran beteiligt war.

Brüchige Mitte

Die Originalität von Frankreichs reformistischer Linken liegt heute darin, daß sie rechts und links von der Kommunistischen Partei zu finden ist.

Rumoren in der FDP

Die Spannungen in der FDP zwischen den konservativen und den „progressiven“ Kräften erschweren weiterhin eine einheitliche Politik der Partei.

Rom auf Moll gestimmt

In Italien hat ein Spiel mit dem Feuer begonnen. In einer Situation, die durch eine deutliche Tendenz zur Radikalisierung der politischen und sozialen Auseinandersetzung sowie durch die sich ausbreitende Revolte der Jugend gegen die etablierten Mächte gekennzeichnet ist, haben die Sozialisten eine schwere Regierungskrise heraufbeschworen.

Prag lüftet das Geheimnis

Fast unbefangen präsentierte das tschechoslowakische Fernsehen ein Ereignis, das nach einem Wirbel von Alarmnachrichten und Dementis ziemlich harmlos aussah: den Einzug einer nahezu waffenlosen sowjetischen Nachrichtenabteilung, des Vorkommandos für Stabsmanöver ohne Kampftruppen, in das Städtchen Sobrance, elf Kilometer von der slowakisch-ukrainischen Grenze entfernt – und über 500 Kilometer von Prag.

Falsche Härte

Der Bundestag hat ein neues Grundrecht kreiert: ein Grundrecht auf Zeit. Jeder Bürger unserer Republik darf vom ersten August an acht Monate lang tun, was er in den letzten zwanzig Jahren gar nicht oder allenfalls mit Sondergenehmigung durfte: Zeitungen aus der DDR lesen.

Der General setzt auf Wahlen

Es gibt seit der Ankündigung von Neuwahlen in Frankreich weit mehr Kräfte, die bereit sind, die Wahlen stattfinden zu lassen, als solche, die sich ihnen widersetzen.

Humphrey gegen Nixon?

Mit den Vorwahlen in Kalifornien und Süddakota wurde am Dienstag die erste Phase des amerikanischen Wahlkampfes beendet. Die folgende Analyse schrieb unser Washingtoner Korrespondent, ehe die Nachricht von dem Attentat auf Robert F.

Der bittere Sieg

Es war auf den Tag ein Monat nach dem "Blitzkrieg" der Israelis gegen Ägypter, Jordanier, Syrer und Iraker. Damals, am 5. Juli 1967, meinte der Generalstabschef Rabin: "Kein Zweifel, unseren sechs Tagen ist noch kein Sabbat des Friedens gefolgt.

Wolfgang Ebert:: Undank – der Politik Lohn

Für einige große Politiker scheint 1968 zu einem Schreckensjahr zu werden. „Viele ihrer Mitbürger haben in den letzten Monaten recht deutlich gezeigt, daß sie mit ihnen sehr zufrieden sind“, sagte ich zu Walter, meinem politischen Berater.

Die Rebellen sind müde

Wir sind eine kleine radikale Minderheit“, sangen am 1. Mai höchst selbstzufrieden Zehntausende von sozialistischen Mai-Demonstranten.

Abbruch in Kampala

Nur acht Tage nach ihrem Beginn sind die Verhandlungen über eine Beilegung des nigerianischen Bürgerkrieges am Freitag voriger Woche in Kampala/Uganda gescheitert.

Prag: ZK stieß Novotny aus

In Prag ging es vorige Woche auf Hieb und Stich. Das Zentralkomitee der KPC trat am Mittwoch zu einer Plenarsitzung zusammen, um sich auf Drängen der Reformer von der „alten Garde“ um den ehemaligen Staats- und Parteichef Novotny zu befreien.

Namen der Woche

Hans-Jürgen Wischnewski (45), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, wurde vom sozialdemokratischen Bundesvorstand zum Bundesgeschäftsführer der SPD berufen.

Tauziehen um Vietnam

Während der bisherigen Treffen – das sechste fand Freitag voriger Woche statt – waren beide Seiten kaum über die Konfrontation ihrer gegensätzlichen Standpunkte hinausgelangt.

Italienische Krise

Italien taumelte bei Wochenbeginn „französischen Zuständen“ entgegen: In vielen Teilen des Landes kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Studenten, Arbeitnehmern und Polizei.

Notstandsgesetze perfekt

Nach zehn Jahren leidenschaftlicher Debatten ist am Donnerstag voriger Woche die umstrittenste Gesetzesvorlage seit der Wehrverfassung von 1956 über die Bonner Bühne gegangen.

Universitäten im Aufruhr

Die Internationale des studentischen Protests hat in der vorigen Woche alle Grenzen gesprengt. Von Berlin bis Dakar, von Oxford bis Beldgrad berannte das akademische Jungvolk die angestammten Autoritäten, Gesetze und Maßstäbe.

Von ZEIT zu ZEIT

In Frankreich kamen nach den Pfingsttagen der öffentliche Verkehr und die industrieproduktion nur langsam wieder in Gang. In einer energischen Radioansprache verkündete Staatspräsident Charles de Gaulle die Auflösung der Kammer nebst Ausschreibung von Neuwahlen.

Attentat auf Kennedy

Auf Robert Kennedy, Bruder des vor viereinhalb Jahren ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, wurde in der Nacht zum Mittwoch ein Attentat verübt.

Kriminalistik oder Politik?

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt nach einer Strafanzeige des Rektors der Universität gegen das Mitglied des SDS-Bundesvorstands Hans-Jürgen Krahl „und andere“ wegen Diebstahls, Landfriedensbruchs und schweren Hausfriedensbruchs.

Die sechs kritischen Aufgaben

Zu den sechs neuralgischen Punkten der Hochschulreform, die Bayerns Kultusminister Ludwig Huber (CSU) vor drei Wochen an dieser Stelle dargestellt hatte, nimmt nach dem Bundestagsabgeordneten Karl Moersch (FDP) und dem Mitglied der Aktionsgemeinschaft Demokratische Universität Adalbert Hepp hier zusammenfassend Professor Ralf Dahrendorf (Konstanz) Stellung.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Stärker als alle Musik bisher ist die zeitgenössische Musik an ihre Interpreten gebunden. Ein paar wenige Sänger und Instrumentalisten haben es bisher für nötig (und auch wohl ersprießlich) gehalten, sich der Mühe eines Spezialstudiums und -trainings zu unterziehen, diese wenigen bestimmen nun mit ihrem Können das Aussehen der Neuen Musik – und halten damit umgekehrt den Kreis der Spezialisten wiederum klein.

Werden wir richtige informiert?

1 Wer sich informieren will, kann sich in der Bundesrepublik Deutschland – durch Funk, Fernsehen, in- und ausländische Presse, aktuelle Taschenbücher – so umfassend informieren wie in ganz wenigen anderen Ländern der Welt; einzige Ausnahme: „Ostblock“-Zeitungen wurden bisher, höchst überflüssigerweise, von der Obrigkeit dem normalen Staatsbürger praktisch vorenthalten.

FILMTIPS

„Lola Montez“ und „Liebelei“, von Max Ophüls. „Ein Liebesfall“, von Dusan Makavejev. „Das junge Mädchen“, von Luis Buñuel. „Iwan der Schreckliche I“, von Sergej Eisenstein.

Kunstkalender

Werner Hofmann hatte die Ausstellung für das Wiener Museum des 20. Jahrhunderts eingerichtet, 65 Bilder aus den Jahren 1945 bis 1967.

ZEITMOSAIK

Die Ostberliner Theaterlandschaft scheint im Moment ein fruchtbares Gefilde für ost-westliche Gerüchte und Spekulationen. Terminänderungen in letzter Minute gehören beim Berliner Ensemble zwar zur Premiere dazu, aber die Premiere der Brechtschen „Heiligen Johanna der Schlachthöfe“ wurde selbst für dortige Verhältnisse zu oft an- und wieder abgesagt, als daß man noch an die Erkrankung der Hauptdarstellerin Hanne Hiob glauben mochte.

Klänge im Widerstand

A damo hat sich verlobt. Mit einer Japanerin. „Ici Paris“ widmet dem bemerkenswerten Ereignis die Titelseite. Wogegen „France Dimanche“ zu berichten weiß, Michèle Morgan sei von Ihrer Majestät Elizabeth II.

Glatter, aber platter

Zu Shakespeares Zeiten wurden Juden in England zwar auch mit dem Tode bedroht, jedoch aus religiösen Gründen. Trotzdem nahm sich der elisabethanische Dramatiker die Freiheit, einen venezianischen Gettojuden nicht nur als Prügelknaben der recht zweifelhaften Christen auf die Bühne zu bringen: Shakespeare gab seinem Scheilock ein Charaktervolumen, das es begreiflich erscheinen läßt, warum insbesondere jüdische Schauspieler sich nach der Rolle drängen.

Bruchstücke einer Biographie

Wolken ist kein unbeschriebenes Blatt. Er hat zwei Gedichtbände und zwei Romane veröffentlicht, Proben seines Werkes stehen in Dutzenden von Anthologien.

ZU EMPFEHLEN

FÜR berauschte, skeptische oder verwirrte Verehrer der „Grünen Insel“ (ob sie die Reise nun schon hinter sich oder erst vor sich haben) – Tony Gray: „5mal Irland“, aus dem Englischen von Ute Wiechern; R.

Ein stiller Henry Miller?

Noch einmal also ein Amerikaner in Paris. Noch einmal Montmartre und die putains. Hinzu kommt ein kleiner Abstecher nach Luxemburg.

Dieser Ruhm ist mein Elend

Sie schreiben im Vorwort zu Ihrem Aquarell-Band „Der Engel ist mein Wasserzeichen“, in einem Vorwort, das besonders für die deutsche Ausgabe geschrieben wurde, etwas sehr Paradoxes – Sie lieben ja Paradoxa–: „Je näher man dem Grabe kommt, desto mehr Zeit hat man zu verschwenden.

Fernsehen: Die Jugend und der Notstand

In einem Augenblick, da das Deutsche in zwei verschiedene Idiome zerfällt: das Parlaments-Vokabular und die Sprache der universitären teach-ins – in dieser Notstandswoche war es ein löbliches Unterfangen, die Rebellion der Jugend mit Hilfe einer Form zu untersuchen, die halb hearing-, halb Prozeß-Charakter besaß.

Das Theater der Regisseure

Berlin sah aus, als wenn die Welt voll Turner war. Zwar drohten am Anfang des diesjährigen Theatertreffens die Proteste gegen die Notstandsgesetze auch das Bühnentreiben zu ramponieren – einmal, weil sich das Ungenügen am abendlichen Glanz beim Schillertheater ganz direkt entlud, wobei Scheiben zersplitterten und Polizisten ihre Pistolen zogen, zum andern, weil überhaupt in den Tagen der Notstandsdebatten Theater ein bißchen hilflos, ohnmächtig und weltfern wirkte, als Instrument eben, das nicht an den Schlaf der Welt rührt, als „Theatertheater“, das alle Anspüche an das „Straßentheater“ abgegeben hatte.

Preise auf Anfrage

Mögen Kunsthändler und Versteigerer über Materialverknappung stöhnen und glaubhaft versichern, daß es immer schwieriger werde, Spitzenobjekte der modernen Altmeister in die Hand zu bekommen – für Roman Norbert Ketterer sind solche Probleme offenbar nicht existent.

Realismus als Methode

Die Phrase vom „kulturellen Erbe“ mag in westlichen Ohren unangenehm pathetisch klingen; in der DDR jedoch ist das kulturpolitische Schlagwort Zeugnis einer intensiven Diskussion über das Verhältnis zur eigenen Vergangenheit, des Bemühens, die gegenwärtige künstlerische Entwicklung aus der Tradition zu begründen.

Das Duell der Funktionäre

Wahlkampfleiter Klaus Bungert ist empört: „Damit wollen sie uns den Genickschuß verpassen!“ Sie – das ist die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG), uns – das ist der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB).

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