Italien taumelte bei Wochenbeginn „französischen Zuständen“ entgegen: In vielen Teilen des Landes kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Studenten, Arbeitnehmern und Polizei. Die Regierung in Rom bot derweil ein Bild der Schwäche. Nach fünf Jahren „Centro Sinistra“ hatten die Nenni-Sozialisten bei den Parlamentswahlen vor drei Wochen schwere Verluste erlitten.

Am vorigen Mittwoch sprach sich daher das Parteidirektorium, am Wochenende das Zentralkomitee der Partei gegen eine Fortsetzung der Koaliton mit den Christlich-Demokraten und Republikanern aus. Nur 20 (der 248) ZK-Mitglieder freilich betrachten diese Entscheidung als endgültig, 81 waren für eine vorübergehende Aufkündigung der Koalition und enthielten sich der Stimme (unter ihnen Parteichef Nenni), 145 ZK-Mitglieder votierten für eine sofortige Erneuerung des Centro Sinistra. Die heraufziehende Krise könnte alsbald auch die Zögernden umstimmen und dem Kabinett Moro wieder zu einer Mehrheit in der Kammer verhelfen.