Studenten besetzten das Rektorat der

Frankfurter Universität. Sie benah-

men sich dabei nicht sehr fein. Was

andere taten, war viel schlimmer.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt nach einer Strafanzeige des Rektors der Universität gegen das Mitglied des SDS-Bundesvorstands Hans-Jürgen Krahl „und andere“ wegen Diebstahls, Landfriedensbruchs und schweren Hausfriedensbruchs. Krahl soll im Frankfurter Rektorat Urkunden, Akten, Stempel und Gedenkmünzen gestohlen haben.

Der einzig vorstellbare Ort, an den Hans-Jürgen Krahl sein Diebesgut hätte tragen können, schienen dem Amtsgericht Frankfurt die Geschäftsräume des SDS. Es ordnete deswegen eine Hausdurchsuchung an; Beamte der politischen Polizei suchten gründlich, sogar in den Papierkörben.

Sie fanden auch allerhand: das in der DDR veröffentlichte, in der Bundesrepublik verbotene Braunbuch über „NS-Verbrecher in Westdeutschland“, den Programmentwurf der ebenfalls verbotenen Kommunistischen Partei, einen Vietnam-Film, einen Leitzordner, der die Korrespondenz mit der kommunistischen FDJ enthielt in Gestalt einer Teilnehmerliste für das Wartburgfest, vier Tränengaskerzen und vier „Spezialnägel“.