Versicherungsgesellschaften hoffen, in Bonn demnächst zu einem Kostenvertragsabschluß zu kommen. Es geht um die Altersversorgung für Bundestagsabgeordnete. Die Prämien werden ebenso generös sein wie die Versorgungsleistungen, die sich die 518 Abgeordneten im März dieses Jahres gegen 22 Nein-Stimmen zugestanden haben. Abgeordnete, die künftig aus dem Bundestag ausscheiden, erhalten nach dieser Versicherung folgende Renten:

1. Nach achtjähriger Bundestagszugehörigkeit vom 65. Lebensjahr an 35 Prozent der Aufwandsentschädigung. Das entspricht einer monatlichen Rente von 830 Mark.

2. Nach zwölfjähriger Abgeordnetentätigkeit vom 60. Lebensjahr an 55 Prozent der Aufwandsentschädigung. Nach dem Stand von 1968 also monatlich 1300 Mark.

3. Nach sechzehnjähriger Parlamentarierzeit vom 55. Lebensjahr an 75 Prozent der Aufwandsentschädigung. Mithin also gegenwärtig 1770 Mark.

Auch an die Angehörigen ist gedacht; die Witwen werden 60 Prozent dieser Rente erhalten, Vollwaisen je 20 und Halbwaisen je 12 Prozent.

Zum Vergleich: Nach dem Stand von 1968 ist von der gesetzlichen Rentenversicherung bei einer 16 jährigen Zahlung der gegenwärtig geltenden Höchstbeiträge ein Monatsrate von 330 Mark zu erreichen. Die Aufwendungen für diese Versorgung werden für das Jahr 1968 mit rund 10 Millionen Mark angenommen. Das ergibt, auf den Kopf jedes gegenwärtigen Abgeordneten bezogen, eine monatliche Prämie von rund 1600 Mark.

Jeder Abgeordnete soll monatlich einen Prämienanteil von 590 Mark selbst zahlen allerdings wurden zu diesem Zweck die Abgeordnetendiäten im gleichen Atemzug um 770 Mark erhöht, so daß nach Abzug der „Eigenleistung“ jedem Parlamentarier noch 180 Mark steuerfrei verbleiben.