Für einige große Politiker scheint 1968 zu einem Schreckensjahr zu werden. „Viele ihrer Mitbürger haben in den letzten Monaten recht deutlich gezeigt, daß sie mit ihnen sehr zufrieden sind“, sagte ich zu Walter, meinem politischen Berater.

„Was glaubst du wohl, wie unzufrieden diese Männer mit ihren Mitbürgern sind“, entgegnete er. „Wenn das so weiter geht, entstehen in diesen Berufen echte Nachwuchssorgen.“

„Was werfen diese Politiker ihren Völkern vor allem vor?“

„Undank. Da haben wir Novotny. Fünfzehn Jahre lang war der Mann Präsident der ČSSR. Und jetzt darf er nicht mal zum Zentralkomitee gehören – bloß, weil er soviel Charakter hatte, Stalinist zu bleiben, als das längst unmodern geworden war. Ist das gerecht?“

„Das ist höchst recht“, gab ich zu.

„Nimm mal de Gaulle! Ausgerechnet am zehnten Jahrestag seiner Machte

greifung, als er endlich die Fäden der großen Weltpolitik in den Händen zu halten scheint, fallen ihm die eigenen Landsleute in den Rücken. Ist das etwa die feine Tour?“