Der italienische Staatspräsident Saragat hat den christlich-demokratischen Parteisekretär Mariano Rumor am Montag beauftragt, Kontakte mit den anderen Parteien über die Bildung einer neuen Regierung aufzunehmen. Angesichts der latenten innenpolitischen Krise, die in Italien praktisch seit der Wahl am 19./20. Mai besteht, hat Saragat um eine Beschleunigung der Sondierungsgespräche gebeten.

Auch wenn alle drei Partner der bisherigen Mitte-Links-Koalition grundsätzlich einig sind, daß es eine praktikable Alternative zum sechs Jahre alten „Centro Sinistra“ nicht gibt, steht Rumor vor einer schwierigen Situation. Für eine sofortige Fortsetzung des Regierungsbündnisses haben sich bislang nur die Christlichen Demokraten ausgesprochen. Die Republikaner zögern. Vor allem aber haben die Sozialisten, die bei den Wahlen beängstigend viele Stimmen an die Kommunisten abgeben mußten, ihre endgültige Entscheidung auf den Parteikongreß im Oktober vertagt. Auf sein Koalitionsangebot handelte sich Rumor daher am Dienstag beim ZK der Sozialisten ein „Nein“ ein.