R. S., Bonn‚ im Juni

Der Devisenausgleich, der in der dritten Verhandlungsrunde zwischen Amerika und der Bundesrepublik in Bonn vereinbart wurde, enthält ein neues Element: ein deutsches Bankenkonsortium wird mittelfristige amerikanische Schatzanweisungen, lautend auf Mark, in noch unbekannter Höhe kaufen. Damit soll die Lücke in Höhe von 175 Millionen Dollar geschlossen werden, die am Ende der zweiten Verhandlungsphase zwischen der Forderung Amerikas und dem Bonner Angebot noch bestand.

Ursprünglich hatten die Amerikaner den vollen Devisenausgleich in Höhe von ungefähr 3,5 Milliarden Mark gefordert. In der zweiten Runde (in New York) erklärte sich Staatssekretär Lahr bereit, 2,4 Milliarden Mark verfügbar zu machen. Die Amerikaner ermäßigten ihre Forderung auf 3,1 Milliarden. Für das neue Vertragsjahr (1. Juli 1968 bis 30. Juni 1969) übernimmt die Bundesbank wieder, wie bereits für das laufende Vertragsjahr, amerikanische Schatzanweisungen mit fünfjähriger Laufzeit, lautend auf zwei Milliarden Mark, so daß im Falle einer eventuellen Dollarabwertung kein Kursverlust eintreten könnte. Für 400 Millionen Mark wird die Bundeswehr bei amerikanischen Industriefirmen Waffen und Gerät kaufen. Darüber hinausgehende Rüstungskäufe, die zwischen den beiden Regierungen (also nicht mit privaten Firmen) abgewickelt werden, werden nicht auf den Devisenausgleich angerechnet. Sie laufen über das Vorschußkonto von drei Milliarden Mark, das die Bundesrepublik aus früheren Devisenvereinbarungen in Amerika noch hat. Die Bundesbank erklärt bereits jetzt, daß sie zu einer nochmaligen Devisenhilfe dieser Art nach dem 1. Juli 1969 nicht mehr imstande wäre.