Die Mannheimer Brown, Boveri und Cie. AG, die aber mehr umsetzt als ihre Muttergesellschaft, der gleichnamige Schweizer Konzern, kam im letzten Jahr gut davon. Der leichte Umsatzrückgang in der Gruppe von 2 Prozent ist allein durch Preisverfall auf verschiedenen Gebieten entstanden. Die Mengenleistung stieg dagegen leicht an. Sie wurde dazu noch mit einer um rund 2700 verringerten Belegschaft geschah, so daß man von einem erheblichen Produktivitätsfortschritt sprechen kann.

Dieser „Prozeß der Selbstbesinnung und inneren Konzentration“ wirkte sich auch auf das Ergebnis günstig aus. Nach Abzug der Bewertungsreserven blieben 31,5 Millionen Mark Gewinn, die vom Vorstand als „echt“ bezeichnet werden. Umgerechnet auf das Kapital wären das 31,50 Mark je Aktie. Ausgeschüttet werden an die Mutter sowie an rund 5000 freie Aktionäre wiederum 16 Prozent Dividende.

Wenn sich der Ertrag im Vergleich zum Vorjahr (mit rund 20 Mark je Aktie) wesentlich verbessert hat, so liegt das an dem jetzt abgeschlossenen „Abenteuer Zuse“. Diese 1964 erworbene älteste Gesellschaft auf dem Gebiet der Datenverarbeitung brachte BBC in den beiden Jahren 1965 und 1966 hohe Verluste von rund 40 Millionen Mark ein Mit Zuse wollten die Mannheimer den Schritt ins Computerzeitalter wagen. Initiator war der damalige Firmenchef Lotz, heute Vorstandsvorsitzender des Volkswagenwerkes.

Aber die Schweizer Zentrale in Baden wollte das Experiment nicht wagen. Sie scheute vor den notwendigen hohen Ausgaben zurück. Man kam daher bei Zuse zu der „Einsicht, daß die Sicherung der bisher erarbeiteten Ergebnisse einerseits und derenWtceimvickl-’na zu konkurrenzfähigen und ertragbringenden Produkten andererseits den Rahmen unserer finanziellen und technischen Möglichkeiten zu überschreiten im Begriff waren.“ Zuse wurde 1966 zu 70 Prozent an Siemens weiterverkauft, das Kapitel „Computer“ bei BBC (unter Verlusten) weitgehend abgeschlossen. eb