DIE ZEIT

Geschichte

Der Photoreporter blieb unerbittlich gegenüber der Frau des sterbenden Senators Kennedy, der auf dem Küchenboden in seinem Blute lag.

Über die Hürde

Zweiundneunzig Staaten haben sich bei den Vereinten Nationen für die Unterzeichnung des Atomsperrvertrags ausgesprochen. Die beiden Supermächte brauchten sich nur noch wenige Banalitäten abhandeln zu lassen, um diese massive Zustimmung zu bewirken.

Ziesel und Adenauer

Kurt Ziesel, das Geschäftsführende Vorstandsmitglied der Deutschland-Stiftung, hat sich von dem Satz der ZEIT getroffen gefühlt: „Eine Stiftung, die die Namen Deutschland und Adenauer usurpierte, hat den Bogen überspannt.

Politik oder Marktforschung?

Die Partner der Großen Koalition werden ihres Bündnisses überdrüssig. Die Fassade zwar steht und wankt nicht, sie wird – mangels jeglicher Alternative zur Koalition – bis zur Neuwahl des Bundestags im kommenden Jahr halten.

Ulbrichts Krisenstempel

Es ist kein Zufall: Im gleichen Augenblick, da der Bundesaußenminister eine neue Phase der deutschen Ostpolitik ankündigt, schaltet das SED-Regime abermals auf stur.

Beinahe nach Angola entwischt

Es war beste Detektivarbeit gewesen. Ein paar hunderttausend kanadische Paßanträge hatten durchgekämmt werden müssen, ehe sich eine Ähnlichkeit mit dem Gesuchten zeigte: James Earl Ray, aus dem Zuchthaus in Missouri entsprungen und des Mordes an Martin Luther King verdächtig, war – das stand fest – unter dem Paßnamen Ramon George Sneyd unterwegs.

ZEITSPIEGEL

„Wenn sich ein Präsidentschaftskandidat schon nicht mehr unters Volk trauen kann, dann haben wir eine der größten Kraftreserven unseres Landes eingebüßt – die Freizügigkeit, die Freiheit der Meinung, die Freiheit jedes Einzelnen.

Der Mörder ohne Gesicht

Der Vater ist 52 Jahre alt, von Beruf Klempner. Er lebt allein in einem der landesüblichen hellen Häuser aus rohem Stein. Das Dorf heißt Taiyeba, zählt rund zweitausend Einwohner und liegt 850 Meter hoch, nahe Jericho am Jordan, nicht weit entfernt von jenem Berg, auf dem Jesus vom Teufel in Versuchung geführt worden sein soll.

Die Verwaisten

Es war Mittwoch der vorigen Woche, 4.27 Uhr in der Frühe. Plötzlich wurden die Lautsprecher auf dem verschlammten Gelände der rasch hingezimmerten Barackenstadt der Armen lebendig.

Gewalt in Amerika

Noch ist das Beben der Entrüstung zu spüren, noch die Scham und die selbstanklägerische Verzweiflung der Amerikaner über den Anschlag von Los Angeles.

ATTENTAT

Kurz vor dem Mord in Los Angeles hat Senator Edward Kennedy, der letzte der vier Brüder Kennedy, seine Gedanken über die Gewalttätigkeit in der amerikanischen Gesellschaft schriftlich formuliert.

Aufmarsch zur Wahlschlacht

Der Wahlkampf, der mit einem Fernsehdialog de Gaulles begann, wird kurz und heftig sein. Der General teilt die Franzosen in „die guten“ und „die schlechten“ – auf der einen Seite das Lager „des kommunistischen Totalitarismus und der Gruppen und Grüppchen, mit denen er sich schminkt“, auf der anderen die Gaullisten, einschließlich der Gruppen und Grüppchen, die er zu seiner Verstärkung heranziehen kann.

Fortschritt mit Rücksichten

Von einem monumentalen Porträt blickte Kaiser Franz Josef milde über Willy Brandts Schultern aufs Rednerpult. Brandt hatte die österreichische Gesellschaft für Außenpoltik als neutralen Schauplatz gewählt, um eine neue Phase der Bonner Ostpolitik einzuleiten.

Rufmord am Vater

Der neunzehnjährige Berliner Student Peter Brandt wurde wegen zweimaligen Auflaufs zu vierzehn Tagen Jugendarrest verurteilt.

Terminkalender für Deutschland

Was aus Deutschland, dem unteilbaren, aber geteilten, und aus dem 17. Juni, dem abzufeiernden Feiertag, werden mag – er müßte es wissen.

Abhören – zu leicht

Wer hätte das geahnt? Vor genau vier Jahren – bei der Untersuchung des Abhörskandals – wetterten die Sozialdemokraten gegen die Spitzel am Telephon.

Bonner Börse

Der Devisenausgleich, der in der dritten Verhandlungsrunde zwischen Amerika und der Bundesrepublik in Bonn vereinbart wurde, enthält ein neues Element: ein deutsches Bankenkonsortium wird mittelfristige amerikanische Schatzanweisungen, lautend auf Mark, in noch unbekannter Höhe kaufen.

Dünne Decke

In Tel Aviv diskutierte der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Schütz mit Studenten und jungen Mitgliedern der israelischen Arbeiterpartei.

SPD dringt auf Endspurt in Bonn

Wenige Tage vor seiner Reise nach Österreich und Jugoslawien hat Bundesaußenminister Brandt in Bonn aufs Tempo gedrückt: Auf einer Pressekonferenz forderte er vorige Woche die Bundesregierung auf, die noch anstehenden Aufgaben zügiger zu lösen.

Von ZEIT zu ZEIT

Nach der Absage der FDP entschloß sich in Stuttgart die SPD-Landtagsfraktion zur Beteiligung an einer Regierung der Großen Koalition.

Auftrag für Rumor

Der italienische Staatspräsident Saragat hat den christlich-demokratischen Parteisekretär Mariano Rumor am Montag beauftragt, Kontakte mit den anderen Parteien über die Bildung einer neuen Regierung aufzunehmen.

Neue Unruhen in Frankreich

Zu Beginn der fünften Streikwoche wurden in Frankreich erneut Barrikaden gebaut. Im Pariser Quartier Latin kam es am Dienstag zu einer Straßenschlacht zwischen Polizisten und einigen tausend Studenten, die sich über den (angeblich von der Polizei verursachten) Tod eines Kommilitonen erregt hatten.

Namen der Woche

Tahar Zbiri (37), Oberst, einst Mitglied des Revolutionsrats in Algerien und Stabschef der Armee, der im Dezember vorigen Jahres einen Aufstand gegen Staatspräsident Boumedienne angezettelt hatte, bat in Tunesien um politisches Asyl.

Der Tod des Robert F. Kennedy

Robert Francis Kennedy wurde am Sonntag auf dem Nationalfriedhof von Arlington zu Grabe getragen – nur wenige Meter entfernt von der letzten Ruhestätte seines ebenfalls ermordeten Bruders, des Präsidenten John F.

Tito glättete die Wogen

Wie man rebellische Studenten besänftigt, ohne dabei das Gesicht zu verlieren, hat am vorigen Wochenende der jugoslawische Staatspräsident Tito vorexerziert.

Als Polizist getarnt

Die Jagd dauerte 64 Tage und ging durch fünf Länder. Sie endete am Sonnabend voriger Woche auf dem Londoner Flughafen Heathrow: James Earl Ray, alias Eric S.

Krach in der Tugendherberge

Die Stadt der Kirchen und Kneipen hat ihren neuen Skandal. In der „ultrakatholischen Tugendherberge“ Münster („Süddeutsche Zeitung“) machen ausgerechnet praktizierende Katholiken ihrem Bischof Ärger.

Kölner Inquisition

Zwischen den katholischen Studenten und Professoren der Pädagogischen Hochschule Bonn und dem Kölner Generalvikariat herrscht Kriegszustand.

Die hallenfähige NPD

Es war kein „go-in“, sondern ein „pay-in“: Brav zahlten die Demonstranten am vergangenen Freitag den Eintritt zu einer Kundgebung der NPD in Nürnberg.

Eulenspiegelei

Die Geschichte erinnert an Till Eulenspiegel, der zehn Kilometer entfernt begraben liegt. Da schritten die Ratsherren einer kleinen Beamtenstadt mit CDU-Mehrheit zur Bürgermeisterwahl und vergaßen, den Kandidaten nach seinem Parteibuch zu fragen.

Der „Blechblinddarm“

Das Kaiserslauterer Reisebüro Wolff sammelte „aufgebrachte Bürgerstimmen“ und warb zum Vorzugspreis von vierzehn Mark für eine Sonderfahrt in die Schwarzwaldgemeinde Dunningen.

Kehler Kassenschlager

Der französische Zöllner an der Europabrücke Kehl–Straßburg tritt an den Wagen. „Sie haben in Kehl einen Photoapparat gekauft.

Keine Kollision mit Ikarus

Am 19. Juni 1968 um 6.26 Uhr Chikagoer Zeit ist eine gewaltige Katastrophe zu erwarten. Ein riesiger Himmelskörper von 1,4 Milliarden Tonnen droht etwa 2000 Meilen östlich der Halbinsel Florida in den Atlantischen Ozean zu stürzen.

Verkehrslärm steuert Ampeln

Für Stadtväter mit großen Verkehrsproblemen, aber zu kleinem Geldsäckel taucht jetzt ein Silberstreif am Himmel auf. Japanische Ingenieure haben einen Weg gefunden, die Steuerung der Ampeln durch teure Elektronenrechner zu umgehen, indem sie für die Auslösung der Schaltimpulse die Verkehrsgeräusche auf der Kreuzung auswerten.

Elektronisch bohren

Wie ein heißes Messer Wachs durchschmilzt, so schneidet der feine Elektronenstrahl eines neuen Werkzeugs, das Dr. B. W. Schumacher, ein Ingenieur der Firma Westinghouse, erfunden hat, durch Stein, Eisen oder Beton.

So leicht wird man Unmensch

Der Mensch wehrt sich gegen die Herrschaft brutaler Gewalt. Hat er aber eine Autorität, eine Firma, eine Partei, einen Vorgesetzten, ein Staatsoberhaupt von sich aus anerkannt, folgt er ihr in erschreckend vielen Fällen bedenkenlos, auch wenn er dabei Dinge tun muß, die unmoralisch, unanständig und unmenschlich sind.

Abschied von Uwe

Im Mai 1947 spielten wir zum erstenmal auf dem Platz am Rothenbaum zusammen in Jahre Mannschaft. Wir waren damals 11 und 12 Jahre alt.

Wenn Friedlands Sterne doch strahlten!

Zwei repräsentative Schauspielbühnen maßen ihre Kräfte gleichzeitig an Schillers Wallenstein. Die Inszenierungen der Intendanten Stroux (Düsseldorf) und Schalla (Bochum) sind nicht nur am Standort der Theater zu Düsseldorf Ich sah Bochum in Gelsenkirchen und Düsseldorf in Duisburg.

Fernsehen: Saat der Gewalt

Das ist erschreckend zu sehen: Wenn die Männer, die 100 Sekunden später nur noch fleischige Blutklumpen sein werden, mit pendelnden Armen ihre Schlitten anschieben; wenn die Astronauten (Minuten danach sind sie verglüht) sich fröhlich aus ihrer Sargkapsel melden; wenn der Senator, im Augenblick vor der Ermordung, die Welt von morgen, die Welt ohne Haß mit beschwörenden Worten verherrlicht.

Ein Prozent

Zur Gründungsversammlung traf sich am 10. Mai der Verein „Bild-Kunst“, der, so hieß es, ähnlich wie die GEMA es für Komponisten tut, die Rechte und finanziellen Ansprüche der bildenden Künstler wahrnehmen soll.

Revolution der Nackten

Im Hörsaal I des neuen Institutsgebäudes der Universität Wien wurde am vergangenen Freitagabend ein wissenschaftlicher Vortrag über die „Input-Output-Theorie“ gehalten.

Die Formen erschrecken

Was macht eigentlich den Umgang mit der Kunst der Gegenwart für viele so schwierig? Ständig erleben wir die Spannungen, die sich zwischen der Kunst einerseits und den menschlichen Gewohnheiten andererseits ergeben, die dann zum permanenten Konflikt führen müssen, weil Kunst und Normen immer aufeinanderprallen.

Die falschen Feinde

Fahren wir? Fahren wir nicht? Oder doch? Künstler, Kunsthändler, Kritiker, Sammler und andere Kunstinteressierte in aller Welt machen’s zur Zeit dem Gretchen nach, denn die Frage, ob man denn die Reise nach Venedig zur Biennale riskieren solle, übergibt man am besten gleich dem Blumenorakel.

Dürfen Studenten Politik machen?

Da die Frage nach dem „politischen Mandat“ der Studentenschaft in einem mittelbaren Zusammenhang mit der Auseinandersetzung um das derzeitige politische Engagement eines Teils der Studenten steht, ist die Diskussion dieses Mandats auf ein falsches Gleis geraten.

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