Drogerien sind in der Vorstellung der meisten Konsumenten nicht Fisch und nicht Fleisch, irgendwo ein Mittelding zwischen der Apotheke und dem Waschpulverregal beim Lebensmitteleinzelhändler. Dieses – weitgehend – falsche Bild aufzuhellen und die Drogerien für die Kunden wieder attraktiv zu machen, ist für die rund 14 000 Drogisten lebensnotwendig, wenn dieser Berufsstand nicht zum Aussterben verurteilt sein soll.

In derartigen Situationen haben wir uns schon daran gewöhnt, daß nach dem Staat gerufen wird. Steuererleichterungen, Abschreibungshilfen und direkte Subventionen sind für die meisten das Allheilmittel.

Daß es auch anders geht, haben die Drogisten, unter Beweis gestellt. Sie gründeten eine Rationalisierungsgemeinschaft Drogerie, verbündeten sich mit den Volksbanken und stellten 2,4 Millionen Mark für Ladenumbauten, betriebswirtschaftliche Beratung und Umstellung auf Selbstbedienung bereit. Wer die Zeichen der Zeit nicht erkennen will, erhält auch keinen Kredit. Im ersten Jahr wurden von Kreditanträgen über 1,2 Millionen Mark deshalb rund 10 Prozent abschlägig beschieden. Die anderen schafften sich mit Hilfe der Rationalisierungsgemeinschaft moderne, helle Räume, paßten ihr Angebot den Kundenwünschen an und stellten einen Teil ihres Sortiments auf Selbstbedienung um. In fast allen Fällen nahm der Umsatz zu, manchmal bis zu 60 und 80 Prozent. Und das ohne einen Pfennig staatliche Hilfe. mh.