Trotz dreißigprozentiger Gewinnschrumpfung verwöhnt die Algemene Kunstzijde Unie N. V. Arnhem, ihre Aktionäre mit unveränderter Dividende für das Geschäftsjahr 1967. Ohne Liquiditätsbedenken schüttet der Konzern – einer der führenden internationalen Chemiefaserproduzenten, dem Umsatz nach viertgrößte Gesellschaft der Niederlande und auf Platz 58 im Europavergleich – fast den gesamten Reingewinn aus; nicht zuletzt in der durch die ersten Monate dieses Jahres genährten Hoffnung auf bessere Ergebnisse für 1968. Unter anderem dürften sich die in den letzten Jahren vorangetriebenen Spar- und Rationalisierungsmaßnahmen stärker auswirken.

Auf das unverminderte Bestreben, die Konzernposition durch Verbreiterung der Produktionsbasis und weitreichende Streuung der Interessen zu stärken, deuten die nur wenig verringerten Investitionen, diesmal mit Zuwachsakzent auf den Beteiligungen. Daß hingegen der Zugang bei den Betriebsanlagen erheblich sparsamer als 1966 ausfällt, besagt wenig. Denn die Kapazitäten im Synthesebereich wurden während der letzten Jahre stark ausgebaut und der Konzern betonte wiederholt, daß sich diese Expansion aus technischen und betriebswirtschaftlichen Gründen nicht immer synchron zur Verbrauchsentwicklung abstimmen läßt.

Denn mit der vorsorglich für den Bedarfsfall erstellten Zusatzkapazität ist vorübergehend das Risiko teilweiser Unterbeschäftigung verbunden. Grundsätzlich strebt der Verbrauchstrend für Synthesefasern aber weiter kräftig nach oben. Dafür sprechen Bevölkerungszuwachs, steigende Kaufkraft und Bedarfsausweitung durch neue Einsatzgebiete. Der Optimismus für 1968 erscheint somit durchaus berechtigt, auch wenn eine in der technischen Entwicklung liegende Preisermäßigung für Synthetics eintritt. Entsprechenden Ausgleich bieten in diesem Falle Verbilligung der Rohstoffe, Verbesserung der Produktionsverfahren und günstigere Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. wei