Zweiundneunzig Staaten haben sich bei den Vereinten Nationen für die Unterzeichnung des Atomsperrvertrags ausgesprochen. Die beiden Supermächte brauchten sich nur noch wenige Banalitäten abhandeln zu lassen, um diese massive Zustimmung zu bewirken.

Für Bonn hat sich dadurch freilich kein neuer Aspekt ergeben. Wohl haben Indien und Brasilien sich in New York der Stimme enthalten und werden nicht unterschreiben, und einige Mini-Staaten wie Albanien und Tansania stimmten sogar gegen den Vertrag. Der Bundesrepublik vergleichbare „Schwellenmächte“ jedoch, Nationen ohne Kernwaffen, aber mit hochentwickelter ziviler Nukleartechnik, haben ihren Widerstand aufgegeben: Japan wie Schweden, Italien wie Israel.

Da kann die Bundesregierung nicht einmal mehr den Schein des Zauderns aufrechterhalten. Überdies hat Washington während des vergangenen Jahres 23 deutsche Änderungswünsche zum Vertrag berücksichtigt. Die Fortdauer der europäischen Atomgemeinschaft ist verbürgt, die friedliche industrielle Nutzung des Atoms gesichert, die deutsche Sicherheit wird durch dieses Abkommen nicht beeinträchtigt. Sobald die Amerikaner ihre ergänzenden, und für uns höchst bedeutsamen Zusicherungen zu Protokoll geben, ist auch die Bonner Unterschrift fällig. Be.