Der jüngste Sproß des deutschen Kreditgewerbes verdankt seine Geburt einer recht ungewöhnlichen Ehe. Die Neue Sparcasse von 1864 (Neuspar) in Hamburg und die alteingesessene Münchener Privatbank Merck, Finck & Co., haben sich zur Gründung der Nordbank AG (Grundkapital vier Millionen Mark) zusammengefunden.

Die Nordbank geht aus der bisherigen Hamburger Niederlassung der Deutschen Spar- und Kreditbank AG, München (Tochter von Merck, Finck & Co.) hervor, die in der Hansestadt nicht den erhofften Erfolg für die Münchener brachte. Merck, Finck & Co. wird die Nordbank aus der DSK-Bank ausgründen und dann der Neuspar die Hälfte des Aktienkapitals zum Kurs von 120 Prozent überlassen.

Mit der Herauslösung der Niederlassung in Hamburg sind die Münchener eine leidige Verlustquelle los. Die Neuspar hofft durch die Verbindung mit dem großen Privatbankier einen besseren Zugang zum Industriegeschäft zu finden, wo sie die Mittel aus dem reichlich fließenden Einlagenstrom besser unterbringen will. Ihr wird sich damit auch das Konsortialgeschäft eröffnen.

Geschäftsschwerpunkte der Nordbank, deren Aufsichtsratsvorsitzender von der Neuspar kommen wird, sollen im kurzfristigen Kreditgeschäft, in der Außenhandelsfinanzierung, im Wertpapiergeschäft sowie in der Vermögensberatung und -verwaltung liegen.

Zunächst will sich die Nordbank auf den Hamburger Wirtschaftsraum konzentrieren. P. W.